Ericsson-Ausblick dämpft Aufschwung deutscher Aktien
Dax rutscht ins Minus

Ein negativer Geschäftsausblick beim schwedischen Handy-Hersteller Ericsson hat Händlern zufolge am Dienstagnachmittag die Kursgewinne am deutschen Aktienmarkt schrumpfen lassen. Im frühen Handelsverlauf hatte noch der angekündigte Zusammenschluss der beiden US-Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) und Compaq die deutschen Technologiewerte beflügelt und damit den Gesamtmarkt in die Höhe gezogen.

Reuters FRANKFURT. Der Dax notierte rund 0,1 % tiefer bei 5 088 Punkten, nachdem er zuvor bei 5 185 Zählern sein bisheriges Tageshoch erreicht hatte. Am Neuen Markt notierte der Nemax50-Index nach einem Zuwachs von zunächst 2,4 nur noch 0,6 % höher. Im Fokus standen Technologie- und Autowerte sowie erneut die T-Aktie.

Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson hatte mitgeteilt, dass der Konzern in diesem und im kommenden Jahr von weiter sinkenden Infrastrukturausgaben der Branche ausgehe und dass bei Mobilfunksystemen allenfalls ein geringes Wachstum erwartet werde. Auch nehme der Markt das neue GPRS-Netz langsamer auf als erwartet. Klare Anzeichen für eine Verbesserung seien derzeit nicht zu erkennen, hieß es. "Das dämpft die Rally bei den Telekom -, Medien- und Technologieaktien", sagte ein Aktienstratege einer großen deutschen Bank.

Im Zug der schlechten Nachricht büßten die Technologiewerte am deutschen Aktienmarkt einen Großteil ihrer zuvor angesammelten Gewinne wieder ein. Die Titel von Siemens und Infineon notierten kaum verändert, nachdem beide Aktien im frühen Verlauf um mehr als drei Prozent gestiegen waren. Am Morgen hatte die angekündigte Fusion zwischen Compaq und HP den Technologieaktien noch kräftigen Auftrieb verliehen.

T-Aktie gibt Gewinne wieder ab

Die beiden Firmen hatten in der Nacht zum Dienstag vor dem Hintergrund eines harten Preiswettbewerbs in der Branche und sinkenden Computer-Absätzen ihr Zusammengehen bekannt gegeben. HP werde 64 % der Anteile der neuen Gesellschaft halten, Compaq 36 %. Die Fusion werde über einen Aktientausch im Wert von 25 Mrd. $ (54 Mrd. DM) erfolgen.

"Es ist positiv hervorzuheben, dass bei den derzeit niedrigen Aktienkursniveaus mit Aktien bezahlt wird, das hätte man nicht auf den ersten Blick erwartet", sagte Steffen Burat, Fondsmanager bei Helaba mit Blick auf die angekündigte Fusion zwischen HP und Compaq. Auf die Frage, ob er nach diesem Zusammenschluss nun eine Konsolidierungswelle bei den europäischen Technologiefirmen erwarte, sagte er: "Das würde ich nicht heute oder morgen erwarten, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es das erste Zeichen für einen Beginn einer Konsoliderung sein kann." Es gebe zwar in Europa keine vergleichbaren Computerhersteller, aber letztlich könnten Firmen aus der Zulieferindustrie und Chiphersteller davon betroffen sein.

Auch die Aktie der Deutschen Telekom gab einen Großteil ihrer zuvor verbuchten Kursgewinne ab und notierte am frühen Nachmittag 1,3 % tiefer bei 16,19 Euro. Händler sagten, der Verkauf von sechs TV-Kabel-Netzen der Telekom an die US-Firma Liberty Media für 5,5 Mrd. Euro habe die T-Aktie zuvor beflügelt. Analysten von M.M. Warburg begrüßten den Verkauf des Kabelnetzes. Der Preis liege am oberen Ende der Prognosen, das Geschäft ebne der Telekom den Weg, sich auf den Start von DSL zu konzentrieren. Als Resultat des Verkaufs dürfte auch der Schuldenberg der Telekom zurückgehen.

Autowerte im Plus

Größte Kursgewinner waren allerdings die Titel der deutschen Autohersteller. Die Titel von BMW und Daimler-Chrysler legten um 2,2 beziehungsweise 1,7 % zu. Händler sagten, die Autowerte erholten sich von ihren jüngsten Verlusten. Zudem trage ein schwächerer Euro zu dem Anstieg bei. Volkswagen -Aktien stiegen um 1,5 %.

Oben auf der Verliererseite standen erneut die Aktien von SAP , die um rund 1,6 % auf 136 Euro verloren. Händler führten die Kursbewegung auf nach wie vor kursierende Spekulationen im Markt zurück, wonach die Gesellschaft vor der Veröffentlichung einer Gewinnwarung stehe oder die Platzierung einer Wandelanleihe plane. Zu diesen Gerüchten hatte SAP bereits am Montag eine Stellungnahme abgelehnt.

Der MDax für die Nebenwerte gab um 0,6 % auf 4 457 Zähler nach.

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