Ericsson belastet: Europäische Börsen: Telekom-Werte unter Druck

Ericsson belastet
Europäische Börsen: Telekom-Werte unter Druck

Die europäischen Börse haben am Freitag Mittag zumeist im Minus notiert. Ericsson führten dabei die Verluste im Technologiebereich an. Allerdings stützten festere Rohstoffpreise die Ölwerte.

Reuters DÜSSELDORF. Auch ABB verzeichneten einen Aufschwung. Der DJ Stoxx 50-Index schwächte sich um 12,45 Punkte oder 0,3 Prozent auf 3 611,47 Zähler ab. Leichtere US-Index-Futures legten zudem einen schwächeren Auftakt der US-Börsen nahe, hiess es. "Der Optimismus, den Nokia gestern ausstrahlte, wurde ersetzt durch Sorgen um Ericsson. Wir sehen bei Ericsson noch immer fundamentale Probleme", sagte ein Analyst. Die Aktie des schwedischen Telekom-Ausrüsters fielen zwischenzeitlich um rund sechs Prozent. Die Gruppe hatte Zahlen im Bereich des Erwarteten vorgelegt. Kurzfristig sieht der Konzern aber schwierige Marktbedingungen. Telekomwerte wie Nokia oder Alcatel waren in der Folge ebenfalls tiefer.

Händler erklärten ausserdem, die Anleger verdauten die Äusserungen von US-Notenbankchef Alan Greenspan. "Wir rechnen jetzt nicht mehr mit einer Senkung der US-Leitzinsen", sagte ein Analyst. Grössere Gewinne verzeichneten die Titel des Elektrotechnikonzerns ABB , die über fünf Prozent nach oben kletterten. Mit einem Plus von 1,6 Prozent trat der Energiesektor positiv hervor. Ölgiganten wie Shell, BP oder Repsol gewannen an Boden. Der Technologiesektor verlor 2,4 Prozent.

London: An der Londoner Börse tendierte der FTSE100-Index in der Verlustzone und gab 0,9 Prozent auf 5188,1 Zähler nach. Trotz den ermutigenden Kommentare zur weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft durch US-Notenbankchef Alan Greenspan hielten Händlern zufolge die Sorgen um die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung an. Enttäuschende Nachrichten einiger US-Firmen sowie die nur den Erwartungen ausgefallenen Zahlen des Telekom-Ausrüsters ricsson hätten die Techwerte unter Druck gesetzt, hiess es. Vodafone gaben 1,2 Prozent nach, Cable&Wireless verloren fast sieben Prozent. Bei den Technologiewerten fielen ARM Holdings um fast drei Prozent. ARM waren zuvor von Schroder Salomon Smith Barney auf "underperform" von "neutral" hinuntergestuft worden. Ein Lichtblick im Gesamtmarkt waren British Airways , die rund zwei Prozent im Plus lagen. Zuvor hatte die Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, die amerikanische Wettbewerbsbehörden dürften eine Zusammenarbeit zwischen British Airways und American Airlines genehmigen. Ölwerte verliehen dank festerer Ölpreise ausserdem Unterstützung. BP legten 0,8 Prozent zu, Shell stiegen über zwei Prozent.

Paris: An der Pariser Börse verlor der CAC-40 Index unter der Führung von Alcatel 0,3 Prozent auf 4 494,3 Punkte. Alcatel fielen um 2,8 Prozent. Händler sahen die Abgaben im Technologiebereich in Verbindung mit den schlechten kurzfristigen Aussichten von Ericsson, aber auch mit den negativen Zahlen von JDS Uniphase und den wenig optimistischen Prognosen bei Qualcomm. Tech-Sorgen beflügelten denn auch die defensiven Werte. Schneider Electric gewannen fast drei Prozent. Zuvor hatte zudem die Schneider-Tochter Legrand einen zehnprozentigen Umsatzanstieg für 2001 gemeldet.

Zürich: Die Schweizer Aktien tendierten leicht schwächer. Grundsätzlich seien die Volumen eher gering, weshalb viele Kurse zu starke Ausschläge zeigten, sagte ein Händler. Im Mittelpunkt stünden Verschiebungen von Rückversicherer in Erstversicherer, hiess es weiter. Der SMI-Index lag um 0,32 Prozent tiefer bei 6 370,5 Zählern. Zurich Financial (ZFS) stiegen 4,8 Prozent auf 397 sfr. Die Gesellschaft hält eine Analystenkonferenz ab, auf der sie unter anderem über das operative Geschäft der Gruppe Angaben machen will. Die ZFS-Aktie sei auch etwas überverkauft, sagte ein Händler. Dagegen sanken die Titel der Swiss Re über drei Prozent. Der Druck stehe im Zusammenhang mit Gerüchten aus London, hiess es bei einer Bank. Zu der Frage, ob Swiss Re eine Gewinnwarnung verbreitet haben könnte, erklärte ein Rück-Sprecher gegenüber Reuters, "wir haben nicht vor, heute eine Gewinnwarnung herauszugeben". ABB stiegen auf gut fünf Prozent. Nach Händlerangaben folgte die Aktie dem US-Titel Halliburton. Die US-Firma hatte zuvor erklärt, sie könne die Kosten im Zusammenhang mit Asbest-Klagen unter Kontrolle halten. Auch der ABB-Konzern ist in den USA mit einer Reihe von Asbest-Klagen konfrontiert.

Amsterdam: Die Amsterdamer Börse lag zum Mittag moderat im Minus. Der AEX-Index schwächte sich um 0,03 Prozent auf 503,6 Zähler ab. Händler erklärten, auch hier seien Technologie- und Telekomwerte unter Druck geraten. ASML führten mit Minus 0,7 Prozent die Liste der prozentualen Verlierer an. Zuvor hattem Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) , ein grosser Kunde von ASML, angekündigt, die Investitionen für 2002 um 25 Prozent zu kürzen. Philips , die rund 30 Prozent an TSMC halten, tendierten etwas leichter. Royal Dutch legten nach dem Anstieg der Erdöl-Futures 1,4 Prozent zu.

Madrid: Die Börse Madrid stand zur Handelshälft ebenfalls in negativem Terrain. Der Ibex-35-Index notierte 0,4 Prozent tiefer mit 8 177,3 Punkten. Gegen den Abwärtstrend bewegten sich Repsol YPF , die 0,4 Prozent zulegten. Händler erklärten, die Erholung bei Repsol sei vor allem technischer Natur. Die beiden Finanzschwergewichte Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano waren mit Minus 0,06 Prozent und Minus 0,07 wenig verändert.

Mailand: Die Mailändische Börse zog im Handelsverlauf moderat an. Der MIB-30-Index legte 0,4 Prozent auf 31 989 Zähler zu. Unter Druck standen Telekom - und Medienwerte. Seat Pagine Gialle schwächten sich um 0,5 Prozent ab, Telecom Italia behaupteten sich mit Plus 0,15 Prozent. Erneut führte Bipop die Gewinnerliste der Blue-chips an. Die Titel stiegen um 1,3 Prozent.

Stockholm: Die Börse Stockholm gab zur Handelshälfte deutlich nach. Der OMX-Index verlor 1,8 Prozent auf 785 Punkte. Trotz der insgesamt den Erwartungen entsprechenden vorsteuerlichen Gewinnen und Prognosen für 2002 fielen Ericsson um 5,6 Prozent. Die Mitteilung des Telefonausrüsters, wonach die kommenden zwei Quartale weiterhin hart sein dürften, habe die Anleger beunruhigt, hiess es. Bis zum Mittag seien jedoch Langzeit-Anleger dem Handel noch ferngeblieben. Deckungskäufe könnten die Titel wieder ins Plus führen, sagten Händler. Schwächer waren auch Nokia oder Telia. Gegen den Trend notierten ABB fester.



Wien: Die Börse Wien tendierte zur Handelshälfte behauptet. Der Blue Chip-Index ATX lag mit 1159,9 Zählern um 0,03 Prozent leicht im Plus. Besonders auffällig waren Wienerberger, die mit Plus drei Prozent erneut zulegten.



Brüssel: Die Börse Brüssel notierte zum Mittag etwas schwächer. Der Bel-20-Index gab 0,5 Prozent auf 2796,3 Punkte nach. Verluste sahen Dexia , die sich wegen Gewinnmitnahmen um 1,2 Prozent abschwächten. Auch andere Finanztitel wie Fortis oder KBC tendierten tiefer. Händler erklärten, nach den Vortagesgewinnen sei eine Konsolidierung absehbar geswesen.

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