Ericsson-Kurs ist innerhalb eines Jahres von 212 auf 57 Kronen gefallen
Bei Ericsson stehen durchgreifende Veränderungen an

Beim angeschlagenen schwedischen Handy-Produzenten Ericsson stehen offenbar durchgreifende Veränderungen an der Spitze sowie ein umfassendes Sanierprogramm vor der Tür.

dpa STOCKHOLM. Beim angeschlagenen schwedischen Handy-Produzenten Ericsson stehen offenbar durchgreifende Veränderungen an der Spitze sowie ein umfassendes Sanierprogramm vor der Tür. Mehrere Zeitungen in Stockholm berichteten am Mittwoch, dass der derzeitige Chef der Finanzgesellschaft Investor, Percy Barnevik, Aufsichtsratschef Lars Ramqvist ablösen soll. Gleichzeitig verlangten die bei Ericsson vertretenen Gewerkschaften erstmals auch den Rücktritt von Vorstandschef Kurt Hellström, weil er zusammen mit Ramqvist die gigantischen Verluste beim drittgrößten Handy- Produzenten der Welt nach Nokia und Motorola zu verantworten habe.

Hellström selbst erklärte in einem Interview der Zeitung "Dagens Nyheter", Ericsson werde ein "Maßnahmepaket für den Gesamtkonzern" und nicht nur, wie zunächst geplant, für die Handysparte vorlegen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr mit dem Verkauf von Mobiltelefonen 16 Mrd. Kronen (3,7 Mrd DM/1,9 Mrd Euro) Verluste gemacht. Im März hatte es eine Gewinnwarnung für das erste Quartal veröffentlicht, wonach mit einem Minus von vier bis fünf Mrd. Kronen für alle Konzernaktivitäten zu rechnen sei.

Gewerkschaftssprecher begründeten im Wirtschaftsblatt "Dagens Industri" die Forderung nach Ablösung von Hellström und Ramqvist damit, dass unter den 40 000 schwedischen Ericsson-Beschäftigten "Aufruhr-Stimmung" herrsche, weil die Unternehmensführung die Verantwortung für die negative Entwicklung sowie deren «permanenter Verdunkelung» durch fehlende Information trage. Der Kurs der Ericsson-Aktie ist innerhalb eines Jahres von 212 auf 57 Kronen gefallen.

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