Ericsson und Nokia belasten
Europäische Börsen mehrheitlich im Minus

Die meisten europäischen Börsen haben am Freitag die Handelswoche unter Führung von Technologie- und Telekomwerten mit Verlusten beendet. Insbesondere die zum Teil heruntergesetzten Geschäftsausblicke der Telekom-Ausrüster Ericsson und Nokia sowie Gewinnmitnahmen belasteten Händlern zufolge die Stimmung an den Finanzplätzen. Banken- und Versicherungswerte gaben ebenfalls nach.

Reuters FRANKFURT. "Ericsson beginnt, Marktanteile zu verlieren, und das Bargeld wird knapp. Es sieht nicht gut aus für Ericsson", sagte die Anlagestrategin für europäische Aktien bei HSBC Securities, Sharon Coombs. "Nokia hat bewiesen, dass es in einem Umfeld wie diesem seinen Marktanteil halten kann, und das ist gut."

Nokia hatte im ersten Quartal 2001 Umsatz und Gewinn über den Erwartungen gesteigert, zugleich jedoch seine Prognosen für das Gesamtjahr leicht gesenkt. Ericsson meldete einen geringeren Verlust vor Steuern als von Analysten erwartet, senkte aber ebenfalls seine Prognosen. Zudem kündigte das Unternehmen den Abbau von weiteren 10 000 Arbeitsplätzen an.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum frühen Abend um 1,1 % auf 4 167 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab 0,9 % auf 4 381 Punkte nach. Die US-Börsen notierten zur selben Zeit ebenfalls im Minus. Die Technologiebörse Nasdaq gab um 1,4 % auf 2 152 Zähler nach, der Industriewerte-Index Dow Jones verlor 1,3 % auf 10 551 Euro.

Londoner Börse schließt gut behauptet

An der Londoner Börse haben die Aktienwerte mit einem leichten Plus die Handelswoche beendet. Der FTSE-100-Index schloss 0,1 % fester bei 5 879 Zählern. Händlern zufolge habe Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Aktienmarktes nach der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank am Mittwoch das Marktgeschehen bestimmt. Weniger schwankungsanfällige Werte hatten Kursabschläge bei Telekom - und Bankwerten ausgeglichen. Indexschwergewicht Vodafone gab um 3,5 %, die Aktien des Bankhauses HSBC gaben knapp zwei Prozent nach, die von Lloyds verloren 0,6 %.

Züricher Aktienmarkt beendet verkürzten Handelstag mit Verlusten

Die Schweizer Börse hat den am Freitag wegen technischer Probleme um eine Stunde verkürzten Handel schwächer beendet. Der SMI-Index sank 0,64 % auf 7 239 Zähler. Das Geschäft verlief wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der US-Aktienmärkte abwartend, hieß es. Ein Händler sagte, die Titel des Biotechnologie-Unternehmens Actelion standen im Mittelpunkt des Interesses. Actelion -Aktien gaben um mehr als 62 % auf 220 sfr nach, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, eine Studie für sein Herzmedikament habe nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Bei den Standardwerten waren Sulzer unter Druck. Ein Börsianer sagte, dass nach der Hauptversammlung am Donnerstag die Fantasie geschwunden sei. Die Titel des Mischkonzerns, die am Vortag vom Handel ausgesetzt gewesen waren, verloren rund sieben Prozent auf 935 sfr.

Paris - Handelswoche im Minus beendet

In Paris beendete der Aktienmarkt die Handelswoche in der Verlustzone. Insbesondere Technologietitel litten unter Abgaben, nachdem gemischte Nachrichten aus der Branche die Investoren verunsichert hatten, sagten Händler. Zudem hätte die Weigerung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen zu senken, den Markt belastet, hieß es. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel um 0,6 % auf 5 449 Punkte. Titel des Telekomausrüsters Alcatel fielen im Sog der negativ aufgenommenen Ericsson-Quartalszahlen um mehr als zwei Prozent auf 35,80 Euro. France Telekom verloren 1,6 %, Equant gaben 3,5 % ab. Defenisve Werte wie L'Oreal, Lafarge und Schneider Electric legten um bis zu drei Prozent zu.

Mailand - Schwächer mit Verlusten bei Banktiteln

An der Mailander Börse fiel der MIB30-Index um 0,7 % auf 40 260 Punkte. Im Mittelpunkt standen die Papiere der Lebensmittel- und Energiegruppe Montedison. Die Auseinandersetzung zwischen Mediobanca und konkurrierenden Investoren um die Kontrolle der Gruppe habe die Papiere auf Achterbahnfahrt geschickt, hieß es am Markt. Die Zeitung "Il Sole" berichtete nun, Mediobanca und seine Partner hätten Kontrolle über rund 50 % der Montedison-Anteile. Montedison -Papiere fielen um 4,5 %. Mediobanca -Titel gaben ebenfalls nach und schlossen mit einem Abschlag von 3,3 %.

Börse in Madrid schließt im Minus

An der Börse in Madrid gingen die Aktienwerte unter Führung von Finanztiteln mit Abschlägen aus dem Handel. Investoren hatten Bedenken über das Engagement spanischer Finanzinstitute in dem von einer Wirtschaftskrise belasteten Argentinien. Die Aktien von Banco Santander gaben um 4,4 % nach, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria verloren 4,3 %. Die Papiere der drittgrößten Bank Spaniens, Banco Popular , profitierten indessen von besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen und legten 2,2 % auf 39,01 Euro zu. Der Ibex-Index beendete die Sitzung mit einem Minus von 2,6 % auf 9 547 Punkte.

Amsterdam - Mit Verlusten ins Wochenende

An der Amsterdamer Börse haben die Aktienwerte schwächer geschlossen. Der Aex-Index verbuchte ein Minus von 0,7 % auf 575 Zähler. Die Aktien von Versatel verloren rund zehn Prozent auf 4,13 Euro. Einige Händler führten den Kursverlust auf den Optionsverfall zurück, der die Aktien unter Druck gesetzt habe. Die Titel des Kabelnetzbetreibers UPC gaben um 2,2 % auf 6,32 Euro nach, nachdem Moody's Investor's Service die Bewertung von Schuldtiteln der Firma heruntergestuft hatte. UPC kritisierte die Herabstufung und sagte, sein Geschäft liege im Plan. Zu den Gewinnern gehörten die Aktien des Medienunternehmens Wolters Kluwer , die um 3,8 % auf 31,94 Euro anzogen. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte den Titel zuvor auf ihre Empfehlungsliste genommen.

Wiener Markt schließt fester nach Verfallstermin

Die Wiener Börse widersetzte sich dem europäischen Trend und schloss nach dem Verfall des April-Futures freundlich. Der ATX-Index verbuchte ein Plus von 0,3 % auf 1 204 Zähler. Größere Umsätze verzeichneten dabei Telekom Austria , die ein Plus von 0,8 % verbuchten, sowie Austria Tabak, die um 0,4 % anzogen. Unter Abgaben litten die Aktien von RHI, Austrian Airlines und BetandWin.

Brüssel - Schwächer mit Verlusten bei Bankenwerten

In Brüssel verloren die Aktienwerte unter Führung der Finanztitel im europäischen Trend an Wert. Händler sagten, der Markt nehme den negativen Ausblick von Nokia und Ericsson auf und warte die weiteren Schritte der Europäischen Zentralbank bei den Zinssätzen ab. Der Bel-20-Index schloss 1,7 % schwächer bei 2 820 Zählern. Indexschwergewicht Fortis gaben um 1,8 % auf 28,50 Euro nach, Dexia fielen um 0,7 %, KBC Bancassurance schlossen um 0,9 % schwächer.

Stockholm - Verluste angeführt von Ericsson

Mit einem fast 14-prozentigen Verlust zogen Ericsson-Papiere den OMX-Index in die Tiefe. Die Titel verloren mehr als 14 % auf 59 skr. Der OMX-Index verbuchte ein Minus von rund vier Prozent auf 885 Punkte. "Wir hatten ein schwaches Ergebnis erwartet, aber nicht so schwach", sagte ein Analyst. "Ericsson ist von der abkühlenden Konjunktur härter getroffen worden als erwartet.

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