Archiv
Ericsson weist Verlust aus und senkt Prognosen

Der schwedische Telekommunikations-Konzern Ericsson hat angekündigt, wegen anhaltend hoher Verluste beim Handy-Verkauf weitere 10 000 Stellen zu streichen.

Reuters STOCKHOLM. Der schwedische Telefonausrüster Ericsson hat im abgelaufenen Quartal einen geringeren Verlust vor Steuern als von Analysten erwartet ausgewiesen, seine Prognosen zum Teil gesenkt und den Abbau von weiteren 10 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Zudem kündigte der Konzern am Freitag in Stockholm an, dass sich die Ertragssituation im zweiten Quartal nicht verbessern werde, was von Analysten als negative Überraschung gewertet wurde. Ericsson teilte darüber hinaus mit, das Ziel einer operativen Marge von zehn Prozent im Gesamtjahr 2001 nicht zu erreichen.

Prognosen für weltweiten Handy-Absatz gesenkt

Ericsson senkte zudem seine Prognose für den weltweiten Handy-Absatz auf 430 bis 480 Millionen Stück. Bei der Vorlage der Jahresergebnisse hatte der Konzern den Weltmarkt noch auf 500 bis 540 Millionen Stück veranschlagt. Zu einer Geschäftsprognose für das Gesamtjahr sei man auf Grund der derzeitigen Marktsituation nicht in der Lage. Analysten zeigten sich vor allem von den Prognosen für die weitere Zukunft negativ überrascht. "Das erste Quartal war im Rahmen der Erwartungen. Aber der Ausblick für das zweite Quartal sieht düster aus", sagte etwa Erkki Vesola, Analyst bei der Mandatum Bank. Es sehe danach aus, dass es bei dem Konzern noch zu weiteren Stellenstreichungen kommen werde. "Eine Überraschung ist, dass das zweite Quartal ähnlich schlecht wie das erste verlaufen wird. Man kann sagen, das ist eine neuerliche Gewinnwarnung", sagte der Branchenexperte Martti Larjo von Evli Securities.

Andere Experten verwiesen zudem auf das schlechte Ergebnis in dem Ericsson-Geschäftsbereich Systeme, für den Ericsson ein geringeres Wachstum ankündigte. "Der Bereich hat sich schlechter als erwartet entwickelt", sagte Helena Nordman-Knutsson von Ohman. "Ericsson ist von dem Abschwung stärker als von uns erwartet getroffen worden."

Hohe Kosten in Bereich Mobiltelefone

Ericsson teilte mit, der Konzernverlust vor Steuern im ersten Quartal habe 4,9 Mrd. Kronen (1,05 Mrd. DM) betragen, nach einem Gewinn von 6,1 Mrd. Kronen vor Jahresfrist. Analysten hatten einen Verlust von 5,05 Mrd. Kronen erwartet. Der Umsatz ging um fünf Prozent auf 55,9 Mrd. Kronen zurück und lag damit unter den Analystenschätzungen von 57,76 Mrd. Kronen. Der Verlust bei Ericsson geht auf hohe Kosten in Bereich Mobiltelefone, dem weltweiten Preiswettbewerb und einem global geringeren Wirtschaftswachstum zurück, der die Nachfrage deutlicher als gedämpft hat.

Mit der am Freitag angekündigten Stellenstreichung summiert sich der angekündigte Arbeitsplatzabbau bei Ericsson inzwischen auf 20 000 Stellen, nachdem bereits im Januar und im März Stellenkürzungen und die Verlagerung der Handyproduktion nach Singapur angekündigt worden waren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%