Ericssons Gewinnwarnung zieht den Markt nach unten
Deutsche Aktien bauen Verluste aus

Eine Gewinnwarnung des schwedischen Mobilfunkherstellers Ericsson und deutlich schwächer tendierende US-Börsen haben einen weiteren Kursrutsch ausgelöst.

Reuters FRANKFURT. Eine Gewinnwarnung des schwedischen Mobilfunkherstellers Ericsson sowie deutlich schwächer tendierende US-Börsen haben am Montag Händlern zufolge einen weiteren Kursrutsch an den europäischen Börsen ausgelöst. Dabei gerieten vor allem Technologiewerte unter Druck. Am deutschen Markt fiel der Deutsche Aktienindex (Dax) rund 2,6 % auf ein 15-Monats-Tief von 6045 Zählern. Dabei führten die Titel von SAP die Verliererliste mit einem Minus von mehr als zehn Prozent an. Am Neuen Markt fielen die Kurse im Schnitt um 5,4 %.

"Den ohnehin schon angeschlagenen Märkten hat Ericsson jetzt noch einen Schub nach unten gegeben", kommentierte ein Händler das Geschehen. Auch in Europa setzte die Gewinnwarung die Börsen unter Druck. Der Dow Jones Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel um 2,4 %, der Sub-Index für Technologieaktien büßte knapp neun Prozent ein. Ericsson hatte am Nachmittag mit Verweis auf eingefrorene Investitionen von Kunden vor allem aus den USA mitgeteilt, seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das laufende Quartal deutlich gesenkt zu haben.

In den USA tendierten die Börsen rund eineinhalb Stunde nach Handelsbeginn deutlich im Minus, was Händler auf Pläne des Netzwerkherstellers Cisco zurückführten, rund elf Prozent der festen Stellen zu streichen. Der geplante Stellenabbau deute auf weitere Gewinnwarnungen bei Technologiefirmen hin, sagte ein Händler. Der Dow-Jones-Index verlor mehr als zwei Prozent auf 10 424 Punkte, der Nasdaq-Composite-Index fiel um 3,3 % auf 1984 Punkte. Zuletzt war das technologielastige Börsenbarometer im Dezember 1998 unterhalb der Marke von 2000 Punkte gefallen. Im März vergangenen Jahres markierte der Index seinen bisherigen Höchststand bei mehr als 5048,62 Punkten.

Jüngste Phantasien über eine Bodenbildung sind dahin

Zu der weiteren Entwicklung an den Märkten sagte ein Händler, die jüngsten Phantasien über eine Bodenbildung seien dahin. "Ich sehe nicht den Boden, ich sehe auch keine Nachrichten, die den Markt positiv stimmen dürften." Der Markt steuere auf eine Zinssenkung am 20. März in den USA hin, schaffe es aber trotzdem nicht, zu korrigieren. "Und jetzt gibt es nochmal richtig Verkaufsdruck. Ich würde keinem empfehlen, sich in dem Markt "long" zu positionieren, bis es was Positives von den Unternehmen zu hören gibt."

Am deutschen Markt, führten die Vorzüge von SAP mit einem Kursverlust von mehr als zehn Prozent auf 139 Euro die Verlierer im Dax an. Nach Angaben von Händlern hatte die Deutsche Bank 750 000 Aktien des Unternehmens zu je 137,50 Euro platziert. Im Sog der Technologieschwäche verbilligten sich auch Deutsche Telekom, die mit einem Abschlag von vier Prozent auf 25,84 Euro folgten, Infineon und Epcos verbilligten sich im Durchschnitt um jeweils 4,3 %. Siemens bauten nach der Gewinnwarnung von Ericsson ihre Verluste aus und fielen 3,6 %. Ein Sprecher von Siemens wollte die Ankündigung des schwedischen Wettbewerbers nicht kommentieren.

Zu den größten Kursgewinnern gehörten die Titel der Commerzbank, die um 0,47 % auf 30,23 Euro stiegen. Händler führten den Anstieg auf eine größere Kauforder im Markt zurück. Der MDax für die mittelgroßen Werte verlor bis zum Mittag knapp ein Prozent auf 4727 Punkte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%