Erik Gerets neuer Trainer in Wolfsburg
Wölfe sollen mit Spaß zum Erfolg kommen

So schnell wie möglich will Trainer Erik Gerets seine Fußball-Philosophie beim VFL Wolfsburg umsetzen. Diese Philosophie heißt "mit Spaß zum Erfolg kommen". Außerdem sollen in Einzelgesprächen und durch genaue Beobachtung der Profis im Training die Voraussetzungen für ein Ende der Niederlagenserie geschaffen werden.

HB WOLFSBURG. "Ich habe Zeit, mit allen Spielern zu sprechen. Mein Konzept kann aber schon morgen stehen", sagte der 49 Jahre alte Belgier am Montag bei seiner Vorstellung in der Wolfsburger Volkswagen Arena.

Hauptaufgabe für den Nachfolger von Jürgen Röber dürfte es sein, die Abwehr vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin zu festigen. Mit 56 Gegentoren ist sie die schwächste in der Bundesliga. Gerets schloss dabei einen Torhüter-Wechsel nicht aus. "Das wird sich zeigen. Ich muss erst einmal alle Spieler genau beobachten", sagte der neue VfL-Coach. Sein Vorgänger hatte zuletzt auf Torhüter Sead Ramovic gesetzt und den für 2,5 Millionen Euro verpflichteten Simon Jentzsch auf die Bank verbannt. Ramovic machte beim 1:5-Heimdebakel gegen den VfB Stuttgart keine gute Figur.

"Die Spieler müssen eine Ausstrahlung besitzen. Die Bedingungen in Wolfsburg sind so unheimlich schön, da muss man einfach Spaß haben, Fußball zu spielen", beschrieb Gerets die Verhältnisse bei seinem neuen Club. Er wird die "Wölfe" erstmals an diesem Dienstag trainieren. Der Ex-Lauterer hat sich mit der VfL-Führung auf einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2006 geeinigt. "Der Vertrag gilt ebenso wie der von Co-Trainer Reinhard Stumpf nur für die Bundesliga", sagte VfL-Manager Peter Pander.

Bereits das Debüt am Samstag bei der ebenfalls abstiegsgefährdeten Hertha wird für Gerets zu einer Nagelprobe. "Bis dahin ist genug Zeit, um die Mannschaft zu organisieren", meinte der 86fache belgische Nationalspieler. Ursprünglich wollte er nach seinem Rauswurf beim 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison keinen neuen Job mehr annehmen. Deshalb sagte er auch vor einigen Wochen dem Wolfsburger Nachbarn Hannover 96 ab. "Da war ich in meinem Kopf und Herzen noch bei Lautern. Wolfsburg ist meine letzte Chance, um in der Bundesliga zu arbeiten. Hier stimmen die Strukturen, die Perspektiven sind positiv", begründete Gerets seinen Sinneswandel.

Die für zwölf Millionen Euro verstärkte VfL-Mannschaft hatte unter der Regie von Röber die hohen Erwartungen der Vereinsführung nicht erfüllt. Statt um den Uefa-Cup zu spielen, stecken die Niedersachsen im Abstiegskampf. Nun soll Gerets den Karren aus dem Dreck ziehen. "Er soll die Niederlagenserie beenden. Seine Aufgabe ist es, das mögliche Thema Abstieg fern zu halten", lautete Panders Auftrag an den fünften Wolfsburger Bundesligatrainer nach Willi Reimann, Uwe Erkenbrecher, Wolfgang Wolf und Jürgen Röber.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%