Erinnerung an Elchtest-Debakel
Chrysler-Cherokee kippte im Test

Der Autohersteller Chrysler hat bestätigt, dass in den USA der Geländewagen Liberty/Cherokee bei Tests einer Autozeitschrift umgekippt ist. Allerdings sei dies bei einem Test passiert, der nicht genormt und für Geländewagen nicht geeignet sei, sagte ein Firmensprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Reuters FRANKFURT. Bei genormten Tests wie dem deutschem "VDA-Spurwechseltest" nach ISO 3888/1, dem sogenannten "Elchtest", gebe es keinerlei Probleme. "Diesen Test hat der Cherokee bei "Autobild" und auch bei "Auto, Motor und Sport" komplett bestanden", sagte der Sprecher. "Unsere Tests haben erwiesen, dass das Fahrzeug im Rahmen der industrieweit anerkannten Normen für Unfall-Ausweichmanöver sicher ist."

Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor berichtet, Daimler-Chrysler drohe ein neues "Elchtest"-Debakel, nachdem sich ein Cherokee in den USA bei einem Test überschlagen habe. Auch die deutsche "Autobild" habe den Cherokee bei einem Test bis an die Kippgrenze gebracht, wobei das Fahrzeug im beladenen Zustand an zwei Stellen umgekippt wäre, wenn es keine Gegenmaßnahmen des Fahrers gegeben hätte, hieß es in dem Bericht. Vor einigen Jahren war ein Daimler-Chrysler-Fahrzeug der A-Klasse bei einem damals noch nicht genormten Ausweichtest ("Elchtest") umgekippt. Daimler-Chrysler hatte seinerzeit die Auslieferung der A-Klasse wenige Wochen nach ihrer Markteinführung für mehrere Monate komplett unterbrochen und das Modell mit erheblichem Kostenaufwand nachgerüstet.

Test ist für Geländewagen nicht geeignet

Man habe Kenntnis davon, dass der Cherokee, der in den USA unter dem Namen Liberty verkauft wird, bei einem Test der Autozeitschrift "Autoweek" umgekippt sei, sagte Markus Hauf, Leiter der Produktpresse Chrysler und Jeep Deutschland, am Dienstag auf Anfrage. Dabei habe es sich aber um einen "Speedslalom" gehandelt, der nicht zum Test von Geländewagen, sondern von Sportwagen geeignet sei. Bei diesem Test versuche der Fahrer, Hindernisse mit einer maximalen Geschwindigkeit von etwa 80 Stundenkilometern zu umfahren, wobei kurz nach dem Einlenken stark gebremst werden müsse. "Dies ist ein Zustand, der niemals im normalen Verkehr erreicht wird", sagte Hauf.

Zu dem Test der "Autobild" sagte der Chrysler-Sprecher, auch hier habe es sich um einen nicht genormten Test gehandelt. "Autobild" habe einen Cherokee auf dem Contidrom, der Teststrecke des Reifenherstellers Conti, mit fünf Personen und Sandsäcken beladen und einen "Freestyle"-Test gemacht. Dabei sei das Contidrom mehrmals in einer Art befahren worden, dass die Flanken an den Reifen abgefahren gewesen seien. Erst dann sei es zu Problemen gekommen. Der Zustand der Reifenflanken sei aber ausschlaggebend, wie ein Fahrzeug mit Seitenkräften umgehe. "Autobild" habe Chrysler dann über das Abheben von Reifen bei dem Test informiert. Daraufhin sei man zu "Autobild" auf das Contidrom gefahren. "Wir haben dann einen neuen Test mit neuen Reifen gemacht und das verlief unproblematisch", sagte Hauf.

In den USA war bereits im November über den Autoweek-Test berichtet worden. Damals hatte Daimler-Chrysler erklärt, die Probleme seien bei einem Test unter anormalen Bedingungen aufgetreten und berührten die Sicherheit des Fahrzeugs nicht.

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