Erkenntnisse wurde Direktoren nicht mitgeteilt
Nasa-Techniker sah „Columbia“-Unglück voraus

Besorgte Nasa-Ingenieure haben einen Tag vor dem Absturz der Weltraumfähre "Columbia" ein Schreckensszenario entworfen, das das Unglück in weiten Teilen voraussagte. Das geht aus neuen E-Mail-Wechseln hervor, die die Weltraumbehörde am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichte.

HB/dpa WASHINGTON. Ingenieur Jeffrey Kling, der am Unglückstag im Kontrollraum in Houston (US-Bundesstaat Texas) saß und als erster den Verlust von Messdaten der "Columbia" meldete, hatte einen Tag zuvor auf mögliche Probleme hingewiesen. Dabei ging es um die Diskussion, ob beschädigte Hitzeschutzkacheln die "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre in Gefahr bringen könnten.

"Wenn heißes Plasma in den Fahrgestellschacht geraten würde, könnte dies die Temperaturen in unserem Fahrgestell und den Reifendruck erhöhen", schrieb Kling am 31. Januar, einen Tag vor der geplanten Rückkehr der Fähre zur Erde. Genau das ist nach ersten Ermittlungen der Nasa an der linken Tragfläche des Shuttles geschehen. Die Ursache für den Temperaturanstieg ist noch nicht einwandfrei geklärt. Ein anderer Ingenieur schrieb, in dem Fall müsse der Notausstieg der Astronauten per Fallschirm erwogen werden. Das ist aber nur Minuten vor der Landung möglich, wenn das Shuttle schon tief genug fliegt.

Kling sagte, es habe sich lediglich um mögliche Szenarien gehandelt. Die Ingenieure seien zu dem Schluss gekommen, dass die "Columbia" nicht in Gefahr war. Die Überlegungen seien den verantwortlichen Flugdirektoren gar nicht mitgeteilt worden.

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