Erkundungsteam vor Ort: Bundeswehr beginnt Afghanistan-Einsatz

Erkundungsteam vor Ort
Bundeswehr beginnt Afghanistan-Einsatz

Die Bundeswehr beginnt an diesem Mittwoch mit den direkten Vorbereitungen ihres Einsatzes vor Ort in Afghanistan.

dpa BERLIN. Neun deutsche Offiziere flogen am Neujahrstag zusammen mit den übrigen Mitgliedern eines Erkundigungsteams der internationalen Schutztruppe in die kriegszerstörte Region. Eine Luftwaffenmaschine vom Typ Airbus startete von London aus mit rund 150 Soldaten aus 18 Ländern. Nach einem Zwischenstopp im Golfstaat Oman wurde das Team an Bord einer britischen Maschine am Dienstag Abend in Afghanistan erwartet. Als Zielflughafen waren Kabul oder Bagram vorgesehen.

Sechs Schiffe der Bundesmarine laufen ebenfalls an diesem Mittwoch von Wilhelmshaven aus zu einem Einsatz gegen den Terrorismus aus. Die Fregatten "Emden" und "Köln" sollen mit ihren Begleitschiffen am Horn von Afrika die Sicherheit der Seewege überwachen. Daneben werden die Kampfschiffe dabei helfen, die Nachschub- und Fluchtwege von Terrororganisationen zu unterbrechen. Der Verband besteht nach Angaben des Marinezentrums in Glücksburg aus zwei Fregatten, einem Versorger, einem Tankschiff, zwei Tendern sowie fünf Schnellbooten.

Die neun Bundeswehr-Offiziere sollen die Grundlagen für den deutschen Einsatz im Rahmen der International Security Assistance Force (ISAF) legen. Das Erkundungskommando will unter anderem prüfen, unter welchen Bedingungen die Soldaten im Raum Kabul untergebracht und verpflegt werden können. Geklärt werden sollen auch die medizinische Versorgung und logistische Probleme.

Nach vorliegenden Informationen soll die Schutztruppe 5000 bis 6000 Mann umfassen. Großbritannien, das die Truppe führt, wird 1500 Soldaten schicken. Deutschland will noch im Januar ein Vorauskommando von etwa 200 Soldaten entsenden. Das deutsche Kontingent soll später insgesamt etwa 770 Bundeswehr-Angehörige umfassen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) ist der genaue Zeitplan für den Einsatz des deutschen Kontingents noch unklar.

Zu den neun deutschen Offizieren gehören ein Fachmann für Startbahn-Reparaturen, der die Schäden am Kabuler Flughafen begutachten soll, sowie ein Mediziner und zwei Verbindungsoffiziere für den britischen Militärstab.

Das deutsche Kontingent der UN-Schutztruppe wird vom Chef der Oldenburgischen Luftlandebrigade 31, Carl Hubertus von Butler, geleitet. Der Brigadegeneral soll in den nächsten Tagen von Scharping offiziell für diese Aufgabe benannt werden. Butler befehligt hauptsächlich Fallschirmjäger, die den Kern des deutschen Kommandos bilden werden. Der Verteidigungsminister trat Befürchtungen entgegen, das deutsche Afghanistan-Kontingent für die UN-Friedenstruppe sei nicht ausreichend für den Einsatz vorbereitet.

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