Erlass zum Halbeinkünfteverfahren
Finanzminsterium regelt Werbungskostenabzug

Das Halbeinkünfteverfahren bereitet Steuerzahlern immer wieder Kopfschmerzen. Klar ist: Dividenden gehen nur zur Hälfte in die Steuerbemessungsgrundlage ein.

rrl DÜSSELDORF. Wer also 1 000 Euro Dividenden kassiert, muss nur 500 Euro versteuern. Auch klar ist: Wenn die Dividenden nur zur Hälfte besteuert werden, können auch die mit dem Erhalt dieser Einnahmequelle verbundenen Werbungskosten nur zur Hälfte geltend gemacht werden. Werbungskosten sind z.B. Depotgebühren, Honorare für Vermögensverwalter und Anlageberater.

Nicht klar war bisher, wie Werbungskosten aufgeteilt werden, die nicht allein den Aktien zuzuordnen sind, etwa weil das Depot neben Aktien auch Zinstitel und Investmentfonds enthält. Denn von Zinseinnahmen können die vollen Werbungskosten abgezogen werden. Das Bundesfinanzministerium bereitet nun dem Kopfzerbrechen über die Aufteilung ein Ende. Im Schreiben vom 12.6.02 (Az.: IV C1 - A 2252 - 184/02) steht: "Ist eine einwandfreie Zurechnung nicht möglich, kann eine sachgerechte Aufteilung durch Schätzung erfolgen." Als Maßstab dient der Kurswert. In einer Beispielrechnung werden 120 Depotkosten so aufgeteilt: Von 15 000 Depotwert entfallen 8 000 auf Anleihen, 3 000 auf Aktien, 4 000 auf Fonds, wobei 1 500 des Fondsvermögens aus Aktien bestehen. Das Depotvolumen wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Aktien und Aktienanteil des Fonds ergeben einen Wert von 4 500 , drei Zehntel des Gesamtdepotwertes, entspricht 36 der Kosten. Davon dürfen wegen des Halbeinkünfteverfahrens nur 18 angesetzt werden, so dass insgesamt 102 Werbungskosten abziehbar sind.

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