Erleichterung in der Main-Metropole: Buchmesse bleibt in Frankfurt

Erleichterung in der Main-Metropole
Buchmesse bleibt in Frankfurt

Die größte Buchmesse der Welt bleibt in Frankfurt. Nach massiven Abwanderungsbestrebungen beschloss der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig, die Buchmesse nicht nach München oder Berlin umzusiedeln.

HB/dpa FRANKFURT. Damit sei der Verbleib der Buchmesse in Frankfurt bis zum Jahr 2010 gesichert, sagte Börsenvereinsvorsteher Dieter Schormann. Grundlage dieser "Zukunfts- Entscheidung für die Stadt Frankfurt" sei eine Vereinbarung mit der Messe-Gesellschaft über eine neue Aufgabenverteilung, aber auch das Entgegenkommen von Hoteliers. Die Vorstände hätten alle vorliegenden Angebote noch einmal ausführlich diskutiert und sich für die Traditionsstadt Frankfurt entschieden.

Der Vereinbarung zufolge soll die Messe künftig Dienstleistungs- Aufgaben für die Buchmesse übernehmen, die diese bislang selbst von Unterfirmen erledigen ließ. Buchmessen-Direktor Volker Neumann nannte etwa Teppich- und Kabelverleger oder Ständebauer. Die Messe könne diese Dienstleistungen zu einem günstigeren Preis einkaufen als die Buchmesse. "Durch den neuen Vertrag können wir die Buchmesse zu deutlich günstigeren Rahmenbedingungen durchführen", sagte Neumann. Die Einsparung will die Buchmesse an die Aussteller weitergeben. Mit dem Vertrag, der vorerst bis zum Jahr 2010 laufen soll, bestehe nun Planungssischerheit für die Buchmesse, aber auch die Aussteller.

Die Verlage sollen laut Neumann schon in diesem Jahr profitieren. War vor allem kleineren Unternehmen für 2003 ursprünglich eine überdurchschnittliche Preiserhöhung um bis zu 25 % angekündigt worden, so belaufe sich die nötige Erhöhung nach einer ersten Schätzung für alle Standgrößen zu den neuen Konditionen voraussichtlich auf nur etwa 7,5 %. Damit werde die Irritation über die drastischen Preissteigerungen hoffentlich beendet, sagte Neumann. Viele kleine Verlage hatten ihren Auftritt in Frankfurt aus Kostengründen in Frage gestellt.

Die Befristung des Vertrags mit der Messe auf zunächst acht Jahre sei "in der heutigen Zeit schon sehr mutig", sagte Schormann. Es bleibe dadurch die Chance bestehen, später neu zu verhandeln. Ansonsten könne der Vertrag verlängert werden. Die Entscheidung für Frankfurt berücksichtige im übrigen alle Standortfaktoren, nicht nur rein finanzielle Aspekte.

Zu der kartellrechtlich relevanten Frage nach Preiszusagen der Hoteliers sagte Neumann, es habe keine pauschalen Absprachen, sondern nur Gespräche mit einzelnen Hoteliers gegeben. Unter anderem gebe es eine Zusage, im Jahr 2004 nicht mehr Geld zu verlangen als 2003. Die hohen Hotelpreise waren neben den Standpreisen der zweite große Kostenfaktor, der Neumann bewogen hatte, nach Alternativ-Standorten zu suchen.

Damit die Buchmesse stärker auf die Stadt und die Region "überschwappt", will der Buchmessen-Direktor künftig nach dem Vorbild von "Leipzig liest" bei der im März stattfindenden Schwestermesse auch in Frankfurt mehr Rahmenveranstaltungen anbieten. Schon für die nächste Buchmesse im Oktober soll ein Konzept für zusätzliche Leseveranstaltungen erarbeitet werden. Bisher sei es ein Problem gewesen, die nötigen Räume dafür kostengünstig zu besorgen. "Dieser Knoten scheint geplatzt", sagte der Buchmessenchef. Außerdem sei bereits für 2003 ein kostenloser Shuttle-Service zu weiter entfernt liegenden Unterkünften geplant.

Die Buchmesse wird von einer Tochterfirma des Börsenvereins organisiert. Der Vorstand des Dachverbandes der Verleger und Buchhändler besteht aus neun gewählten Mitgliedern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%