Erlös auf neun bis zehn Milliarden DM geschätzt
Telekom verkauft Anteile an Kabelgesellschaften

Die Deutsche Telekom steht vor dem Verkauf der Mehrheit ihrer sechs verbliebenen Fernseh- Kabelgesellschaften, was nach früheren Angaben zum Abbau der Konzernschulden führen soll.

rtr BONN. Mit der Investorengemeinschaft Klesch/Liberty Media sei eine Absichtserklärung über den Kauf unterzeichnet worden, teilte die Telekom am Freitag mit. Das britisch-amerikanischen Konsortium wolle bis Mitte 2001 jeweils 55 % an den sechs regionalen Kabelgesellschaften kaufen und habe zudem die Option auf den Erwerb weiterer je 20 % minus einer Stimme. Unternehmenskreisen zufolge erhält die Telekom für die 55-Prozent-Anteile insgesamt rund fünf Mrd. ?. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Der Kurs der T-Aktie stieg um 2,8 % auf 25,88 ?.

Die Telekom hat in der Vergangenheit mehrfach erklärt, sie wolle sich von der Mehrheit an ihren Kabelgesellschaften trennen und mit dem Erlös ihre Schulden verringern. Die Europäische Union (EU) hatte von dem ehemaligen Monopolisten 1999 verlangt, sein Fernseh-Kabelgeschäft aus dem Konzern auszugliedern. Die Telekom hatte damals bereits damit begonnen, das bundesweite Kabelnetz in regionale Gesellschaften aufzuspalten. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat die Telekom ihr Kabelnetz mehrheitlich an die Telekom - Investmentgesellschaft Callahan und in Hessen an die britische Klesch verkauft.

Die US-Gesellschaft Liberty Media kontrolliert den größten europäischen Kabelbetreiber UPC. Zusammen mit Klesch wolle Liberty die Mehrheit an den Kabelgesellschaften in den Regionen Bayern, Berlin/ Brandenburg, Hamburg/Schleswig- Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen/Bremen, Rheinland-Pfalz/Saarland und Sachsen/ Sachsen-Anhalt/Thüringen erwerben, teilte die Telekom mit. Damit erhalte das Konsortium Zugang zu zehn Millionen Haushalten.

Keine Angaben über die Erlöse

Der Kaufabschluss werde für Mitte 2001 erwartet. Zudem wolle das Konsortium Anteile der Telekom an der MediaServices GmbH und der Deutschen Telekom Kabel GmbH-Services in den Regionen übernehmen. Ein Telekom-Sprecher lehnte es ab, die Erlöse aus dem angestrebten Verkauf zu beziffern. In Unternehmenskreisen hieß es aber, der Bonner Konzern werde für die jeweils 55-prozentigen Anteile rund fünf Mrd. ? erhalten. Die Option auf weitere 20 % der Anteile minus eine Stimme sei in diesem Preis nicht enthalten. Analysten sagten, Liberty werde die Anteile an den Kabelgesellschaften in UPC eingliedern. "Langfristig werden sie zu UPC gehören", sagte ein Analyst.

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