Erlöse aus UMTS-Versteigerung seien vor allem für den Telekom-Haupteigentümer Bund optimal gewesen.
MobilCom-Chef wirft Telekom Interessenkonflikt vor

ap HAMBURG. MobilCom-Chef Gerhard Schmid hat im Zusammenhang mit der UMTS-Versteigerung schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Telekom erhoben. Die Telekom, bisher noch mehrheitlich im Staatsbesitz, habe bei der Auktion vergangene Woche in einem "Interessenkonflikt" gestanden, sagte Schmid in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten "Stern"-Interview. "Warum bietet die Telekom erst immer weiter und hört dann plötzlich auf? Die Telekom hat den Wahnsinn befördert! Wenn Ron Sommer das Ergebnis der Auktion "optimal" nennt, meint er wohl den optimalen Preis für seinen Haupteigentümer, den Bund, sagte Schmid.

Der MobilCom-Chef deutete in dem Interview außerdem an, er könne sich vorstellen, die Leitung seines Unternehmens künftig in andere Hände abzugeben. Es könne so weit kommen, dass der deutsche Markt für Telefongesellschaften zu klein sei. Deshalb habe sich MobilCom über die Verbindung mit France Telecom in einen europäischen Konzern eingeklinkt. "Wenn es sich herausstellt, dass ein solches Unternehmen besser von einem Konzernlenker geführt werden kann, bin ich der letzte, der diesen Job weiter machen will," sagte Schmid. Er werde dann "das tun, was ich kann: für MobilCom neue Märkte erschließen."

Für den UMTS-Markt rechnet der MobilCom-Chef allein in Deutschland mit 100 Mill. Kunden im Jahr 2010. Schmid: "Dann hat jeder sein eigenes Handy, dazu kommt ein Familiengerät, eins im Auto und ein Firmen-Telefon." MobilCom strebe einen Marktanteil von 15 % an. Schmid rechnet mit mehr als 100 DM monatlichem Umsatz pro Kunde. Auch Werbung auf dem Handy sei künftig möglich. Wenn etwa McDonald's seine Produkte über ein UMTS-Handy anbiete, "dann könnten wir am Umsatz beteiligt sein, zum Beispiel an jedem Hamburger 20 Pfennig verdienen", schwebt dem MobilCom-Chef vor.

Von der Konkurrenz anderer UMTS-Anbieter werde sich sein Unternehmen auch über den Preis absetzen. Schmid sagte: "Wir waren der Festnetz-Aldi, wir werden der UMTS-Aldi."



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