Erlöse haben um 40 % zugelegt
Amazon legt beim Umsatz zu

Der US-Online-Händler Amazon.com Inc hat im vierten Quartal seinen Umsatz gesteigert und seinen operativen Verlust verringert.

Reuters SEATTLE. Die Erlöse hätten im Schlussquartal um 40 % auf 960 Mill. $ zugelegt, teilte Amazon am Montag nach Börsenschluss mit. Dabei habe der operative Proforma-Verlust rund sieben Prozent des Nettoumsatzes im Konzern ausgemacht, verglichen mit 26 % im vierten Quartal 1999. Absolute Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Amazon will am 30. Januar seine Geschäftsergebnisse bekannt geben. Nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen verzeichnete die Amazon-Aktie im nachbörslichen Geschäft starke Kurszuwächse.

"Meiner Ansicht nach waren die Neuigkeiten gute Nachrichten für das Unternehmen, vor allem vor dem Hintergrund der Desaster im Einzelhandelsumfeld, die wir in der vergangenen Saison gesehen haben," sagte Kristine Koerber, Analystin bei WR Hambrecht & Co. Körber hatte mit einem etwas höherem Umsatz von 985 Mill. $ gerechnet. Im Grundgeschäft liege Amazon aber weiterhin im Rahmen der Erwartungen, sagte sie. Einige Analysten hatten zuvor damit gerechnet, Amazon werde im vierten Quartal womöglich zum ersten Mal die Milliardengrenze beim Umsatz überschreiten. Bei den Gewinnzahlen erwarten Analysten nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial derzeit im Schnitt einen Verlust von 26 Cent je Aktie, verglichen mit einem Verlust von 55 Cent im Schlussquartal des Vorjahres.

"Wir sind hocherfreut über dieses Quartal," sagte Amazon-Finanzchef Warren Jensen. Amazon habe im operativen Geschäft seine Effizienz unter Beweis gestellt. Nach Amazon-Angaben wurden im vierten Quartal rund vier Mill. Neukunden gewonnen. Dies entspreche einem Zuwachs von 16 % sagte Jensen. Damit belaufe sich die Anzahl der Kunden nunmehr auf 29 Mill.. Der durchschnittliche Auftragswert habe bei 58 $ gelegen und sei damit gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres um 25 % gestiegen.

35 % der Kunden des Online-Händlers hätten ein Nichtmedienprodukt und damit weder ein Buch noch Musik oder ein Video bestellt. Der Internethändler hatte im vergangenen Jahr sein Angebot erweitert und bietet nunmehr neben klassischen Medienprodukten etwa auch Spielzeug- und Elektroartikel auf seinen Internetseiten an. "Das Unternehmen hat ein gutes Wachstum bei Nicht-Buch und-Musikprodukten verzeichnet, was zeigt, dass ihre Strategie funktioniert," sagte Koeber. Nach Einschätzung der Analystin sei Amazon mittlerweile ein virtuelles Warenhaus.

Einige Experten hatten angesichts der Schneestürme in vielen Landesteilen der USA zu den Feiertagen die Überlegung angestellt, Käufer hätten wohl vielfach online eingekauft, um nicht auf eisigen, schneeverwehten Straßen zu den Einkaufszentren fahren zu müssen. "Das schlechte Wetter hatte die Leute zu Hause bleiben lassen und das könnte einigen Online-Händlern geholfen haben," sagte Adam Hamilton, Analyst beim Wertpapierhändler Mc Adams Wright Ragen. Falls dies zutreffe, habe Amazon sicherlich den Großteil der Geschäfte für sich verbuchen können.

In das Jahr 2001 startet Amazon nach Unternehmensangaben mit etwa 1,1 Mrd. $ an Barmitteln und handelbaren Wertpapieren, verglichen mit 900 Mill. gegen Ende des dritten Quartals. Zum Jahresende weise der Online-Händler Lagerbestände im Wert von 175 Mill. $ auf. Dies entspreche einem Rückgang von 20 % gegenüber dem Vorjahr.

Nach US-Börsenschluss legten Amazon-Papiere zunächst mehr als zwei $ entsprechend 13 % auf 17-3/16 $ zu. Zuvor waren die an der US-Technologebörse Nasdaq gelisteten Aktien mit einem Kursgewinn von 2,6 % auf 14-15/16 $ aus dem Handel gegangen.

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