Ermittler hoffen auf Spur
Neuer Anthraxbrief in den USA entdeckt

In den USA ist erstmals seit Wochen wieder ein möglicher Anthrax-Brief entdeckt worden. Er wurde an den demokratischen Senator Patrick Leahy abgeschickt und ähnelt in allen Details den Briefen an Senatsführer Tom Daschle und zwei New Yorker Medien, teilte die Bundeskriminalbehörde FBI am Freitagabend (Ortszeit) mit.

dpa/ap WASHINGTON/PARIS. Der Brief wurde für weitere Tests auf die Milzbranderreger in ein Armeelaboratorium geschickt.

Der damit vierte Anthrax-Brief wurde in einer Poststelle mehrere Meilen vom Kapitol entfernt gefunden, wo die Post für die Abgeordneten und Senatoren seit dem Fund des Briefes an Daschle versiegelt ist. Experten betonten, der Brief sei damit kein neuer Attentatsversuch des unbekannten Täters, sondern sei im selben Zeitraum aufgegeben worden wie die anderen drei Briefe. Nur wurde er erst jetzt entdeckt.

Der Brief wurde wie die früheren in Trenton im Bundesstaat New Jersey aufgegeben und trägt dieselbe Handschrift wie das Schreiben an Senatsführer Daschle, NBC-Moderator Tom Brokaw und die «New York Post», teilte das FBI mit. Die Ermittler hoffen, dass ihnen der neue Brief bei ihren Ermittlungen weiterhelfen könnte. An den ersten drei Briefen waren weder Fingerabdrücke noch sonstige Spuren entdeckt worden.

Geringe Milzbrand-Spuren in französischer Post

Bisher sind in den USA vier Personen an Milzbrand gestorben; 13 weitere haben sich nach offiziellen Angaben infiziert. Die beiden Briefe an die New Yorker Medien waren am 18. September, die beiden an die US-Senatoren am 9. Oktober aufgegeben worden. Unklar ist bisher, wie sich das erste Opfer, ein Fotograf in Florida, angesteckt hatte. Hier wurde kein Brief gefunden.

Das FBI geht davon aus, dass der Täter kein Anhänger des El-Kaida - Terrornetzwerks ist, das für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht wird. Im FBI-Täterprofil ist von einem "einsamen, wütenden" Mann mittleren Alters die Rede, der vermutlich kein gebürtiger Amerikaner ist, aber vermutlich in den USA lebt.

Unterdessen sind auch in Frankreich geringe Spuren von Milzbrand-Erregern in Postsendungen entdeckt worden. Das französische Gesundheitsministerium teilte am Freitag mit, die Konzentration der Erreger sei aber so minimal, dass zu keinem Zeitpunkt eine Infektionsgefahr bestanden habe. Verschiedene Labore hatten den Angaben zufolge mehr als 3 200 verdächtige Pulver getestet, die mit der Post verschickt worden waren. In zwei Proben seien dabei Anthrax-Sporen nachgewiesen worden, allerdings in einer Konzentration, wie sie auch in der Natur vorkomme, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Behörden schienen damit nicht von einem kriminellen oder terroristischen Hintergrund auszugehen.

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