Ermittlungen gegen elf Personen
Ackermann droht Anklage wegen Untreue

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft will wegen der Millionen-Abfindungen bei der Übernahme des Telefonkonzerns Mannesmann durch den Konkurrenten Vodafone Anklage wegen des Verdachts der Untreue erheben.

HB DÜSSELDORF. Die Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zu den Millionenabfindungen bei der Übernahme des Mannesmann-Konzerns nähern sich offenbar dem Ende. Nach Informationen des Handelsblatts sind den Betroffenen, darunter Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, IG-Metall-Chef Klaus Zwickel und der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser, die Ergebnisse der Ermittler zugestellt worden. Bis 16. August können sich die Beschuldigten dazu äußern. Ob es dann zu einer Anklage kommt, ist laut Staatsanwaltschaft aber noch offen. Nach Handelsblatt-Informationen gilt jedoch eine Klage in einigen Fällen als sehr wahrscheinlich.

Ermittelt wird gegen insgesamt elf Personen. Dazu gehören auch der frühere Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk und der Konzernbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ladberg. Der Grund der Ermittlungen sind die hohen Abfindungen, die Mannesmann-Führungskräften nach der feindlichen Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone gezahlt wurden. Allein Esser hat etwa 30 Millionen Euro erhalten.

Eine Sonderkommission der Staatsanwaltschaft hat den Fall Mannesmann fast zwei Jahre lang untersucht. Daran beteiligt waren auch Beamte des Landeskriminalamtes. Bei einer Verurteilung droht den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Ein Sprecher von Josef Ackermann äußerte Verwunderung. Aus rechtlicher Sicht sei eine Anklage wegen Untreue "abwegig". Sie käme nach höchster Rechtsprechung nur bei "schwer wiegender Pflichtverletzung" in Betracht. Davon könne aber im Falle Ackermanns keine Rede sein.

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