Ermittlungen gegen korrupte Gefängniswärter
Heiteres Sträflingsleben

Im Polizeigefängnis in Ungarn geht es unerwartet unbeschwert zu - zumindest in einigen Fällen. Die Häftlinge bestellen Pizzen und Dosenbier, andere wiederum lassen sich Mobiltelefone in die Zellen schmuggeln.

HB/dpa BUDAPEST. Solche Späßchen hat ein interner Bericht der Obersten Staatsanwaltschaft ans Tageslicht gebracht, dessen Erkenntnisse heute von der Budapester Tageszeitung "Magyar Hirlap" zusammengefasst wurden.

So ermitteln die Behörden gegen 16 Wachbeamte eines Polizeigefängnisses im Budapester Bezirk Zuglo. Gegen einen kleinen "Aufschlag" hatten sie ihre Untersuchungshäftlinge nach Bedarf mit Pizza und Dosenbier versorgt. Die 16 hätten bei Beginn des Ermittlungsverfahrens gegen sie vom Dienst suspendiert werden müssen. Doch die vorgeschriebene Maßnahme unterblieb: Niemand hätte sonst auf die Häftlinge aufgepasst.

Große Wogen schlug auch der Fall jener Wachebeamtin aus Pecs (Fünfkirchen), die Ende Juli verhaftet worden war. Die 30-jährige verkaufte gegen ein Entgelt von 10 000 Forint (40 Euro) ihre sexuellen Dienstleistungen an interessierte Häftlinge. Auch gegen ihren Kollegen, der diesen ungewöhnlichen Service vermittelte, ermittelt nun der Staatsanwalt.

Der Bericht der Strafverfolger enthüllt aber auch Missstände zu Lasten der Inhaftierten. So seien die Gefangenen in etlichen Polizeiarresten unnötig schikaniert und gedemütigt worden. In einem der erwähnten Fälle durften Häftlinge stundenlang nicht auf die Toilette gehen.

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