Ermittlungen in Zusammenhang mit der Privatisierung einer Fernsehstation in St. Petersburg dauern an
Vorwürfe gegen Medien-Mogul Gussinski fallen gelassen

Reuters MOSKAU. Die russische Justiz hat ihre Betrugsvorwürfe gegen den Medien-Magnaten Wladimir Gussinski nach Angaben seines Sprechers fallen gelassen. Die Ermittlungen in Zusammenhang mit der Privatisierung einer Fernsehstation in St. Petersburg dauerten aber an. Gussinski ist Eigentümer des Medien-Konzerns Media-Most, zu dem auch die einzige unabhängige landesweite Fernsehstation NTW gehört. Ostalski wies Berichte zurück, Gussinski habe eine regierungsfreundlichere Berichterstattung von NTW im Austausch dafür angeboten, dass die Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen würden.

Gussinski war im Juni für drei Tage in Haft genommen worden, dann aber unter der Auflage freigekommen, das Land nicht zu verlassen. Die Vorwürfe gegen Gussinski hatten seinerzeit mit den Untersuchungen zur Privatisierung der St. Petersburger Fernsehstation ihren Anfang genommen. Gussinski hatte damals von einer politisch motivierten Einschüchterungskampagne gesprochen und die Beschuldigungen als unbegründet zurückgewiesen. Das Vorgehen der russischen Behörden gegen Media-Most und Gussinskis Festnahme hatten weltweit Besorgnis um eine Gefährdung der Meinungsfreiheit in Russland ausgelöst.

Ostalski sagte, es sei "völliger Unsinn", dass Gussinski im Austausch für seine Entlastung die Berichterstattung seiner Medien regierungsfreundlicher gestalten wolle. Auch NTW-Chefredakteur Wladimir Kulistikow sagte, niemand habe ihn aufgefordert, in der Berichterstattung seines Senders einen neuen Kurs zu fahren. Die Vorwürfe hatte die Tageszeitung "Komersant" erhoben, die dem Gussinski-Rivalen Boris Beresowski gehört. 1996 hatte NTW sich zu einer verhaltenenen Berichterstattung über den damaligen ersten Tschetschenien-Krieg bereit erklärt, um die Wiederwahl von Präsident Boris Jelzin zu unterstützen. Gussinski hatte später dazu erklärt, mit seiner Einwilligung habe er "ein Monster geschaffen". Der Besitzer des einzigen unabhängigen Rundfunksenders in der westrussischen Provinz Smolensk, Sergej Nowikow, wurde unterdessen nach Polizeiangaben vom Donnerstag ermordet aufgefunden. Der Polizei lagen zunächst keine Erkenntnisse über das Tatmotiv vor. Die Mitarbeiter von Nowikows Sender "Wesna" gingen indes ovn politischen Hintergründen aus. Eine Redakteurin sagte, der Sender habe sich durch seine Berichterstattung über Korruption Feinde in der Regionalregierung gemacht.

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