Ermittlungen kurz vor Abschluss
Bundesverkehrsminister Klimmt steht unter Druck

Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt gerät im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue immer stärker unter Druck.

ap FRANKFURT/MAIN. Dem SPD-Politiker wird vorgeworfen, als Mitglied der Vereinsführung des Fußballclubs 1. FC Saarbrücken Mitte der 90er Jahre mit dem Caritas-Manager Hans-Joachim Doerfert Scheinverträge abgeschlossen zu haben. Der Koblenzer Leitende Oberstaatsanwalt Erich Jung sagte am Freitagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin": "Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat sich der Verdacht erhärtet, dass es sich um einen Scheinvertrag handelt und Leistungen des Fußballvereins 1.FC Saarbrücken nicht erbracht werden sollten." Die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss.

Unterstützung durch Peter Struck

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck verteidigte in derselben Sendung Klimmt: Dieser könne auch dann im Amt bleiben, wenn er einen Strafbefehl erhalten sollte. Die Vorgänge beim 1.FC Saarbrücken hätten überhaupt nichts mit der politischen Arbeit des Ministers zu tun. "Klimmt hat versucht, dem 1. FC Saarbrücken zu helfen. Er hat sich auf den Rat der Anwälte, die in seinem Vorstand sind, verlassen. Und ich kann nicht erkennen, dass das negative Auswirkungen auf seine Arbeit hier in Berlin hat", betonte Struck.

Der designierte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer erklärte dagegen, auch bei einem Fußballverein sei ein Politiker gut beraten, sich an die Rechtslage zu halten. Es sei eben doch nicht so gut, jeden abgewählten Ministerpräsidenten in die Bundesregierung zu nehmen. Er gehe davon aus, dass Klimmt Bundeskanzler Gerhard Schröder über die Affäre informiert habe. "Der Bundeskanzler muss wissen, wie lange er diesen Zustand mittragen kann", sagte Meyer.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft flossen von Doerferts Caritas Trägergesellschaft Trier an den Fußballclub zwischen 1996 und 1999 über 614 000 DM, für die keine Gegenleistung erbracht wurde. Caritas-Manager Doerfert, der wegen dieses und anderer Vorgänge seit Anfang Oktober in Koblenz vor Gericht steht, hatte die Zuwendungen damit begründet, dass er so Fürsprecher in der Politik gewinnen wollte.

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