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Ermittlungen wegen Bestechungsvorwürfen gegen EADS in Südafrika

Die Staatsanwaltschaft München hat Ermittlungen im Zusammenhang mit Medienberichten über Bestechungsvorwürfe gegen Mitarbeiter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS in Südafrika eingeleitet.

Reuters MÜNCHEN/PRETORIA. Oberstaatsanwalt Manfred Nötzel sagte am Dienstag, die Ermittler prüften südafrikanische Presseberichte, wonach EADS-Mitarbeiter verbilligte Luxusautos an Politiker, Diplomaten und Militärs verkauft hätten. Gegen wen sich die Ermittlungen richten und welche Vorwürfe geprüft werden, sagte Nötzel nicht. Die EADS hatte in Südafrika einen Rüstungsauftrag im Wert von mehr als 50 Mill. Dollar erhalten. Der Konzern zeigte sich überrascht über die Ermittlungen und sagte eine Aufklärung der Vorwürfe zu.

Die südafrikanische Behörden hatten am Dienstag ihre Untersuchung von Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Rüstungsauftrag ausgeweitet, die wiederholt in der Presse laut geworden waren. Das Handelsministerium teilte in Pretoria mit, es prüfe, ob sich ein früherer Ministeriumsvertreter bei den Verhandlungen über die Auftragsvergabe falsch verhalten habe. Die südafrikanische Zeitung "The Star" hatte am Montag Einzelheiten über 33 Luxuslimousinen berichtet, die EADS-Mitarbeiter führenden südafrikanischen Politikern und Militärs zu stark nachgelassenen Preisen verkauft hätten.

Die südafrikanische Regierung wies die Bestechungsvorwürfe zurück. Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) forderte die EADS auf, die Vorwürfe zu klären. Das Unternehmen müsse erklären, warum EADS bei Autoverkäufen Preisnachlässe gegeben habe, wenn es bei der Auftragsvergabe nicht Schlüsselfiguren beeinflussen wollte, sagte ein DA-Sprecherin.

Ein EADS-Sprecher sagte in München, das Unternehmen sei über die Ermittlungen nicht informiert. Bereits vor Wochen hatte der Konzern eingeräumt, rund 30 Luxuswagen an Politiker und Militärs in Südafrika verbilligt verkauft zu haben. Dies habe aber nichts mit dem Rüstungsauftrag zu tun gehabt, sagte der Unternehmenssprecher. In Justizkreisen hieß es, die Staatsanwaltschaft München habe die Ermittlungen aufgenommen, weil die EADS ihre operative Zentrale außer in Paris auch in München habe.

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