Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Massen-Gentest nach Vergewaltigung auf Schultoilette

Knapp sechs Wochen nach der Vergewaltigung eines siebenjährigen Mädchens auf einer Münchner Schultoilette setzt die die Polizei große Hoffnungen auf einen Massen-Gentest. Für die entsprechende DNA-Untersuchung wurden jetzt auch 200 Zivildienstleistende zur Speichelprobe vorgeladen, berichteten die Beamten am Mittwoch.

dpa MÜNCHEN. Rund 100 der jungen Männer seien der Vorladung bereits nachgekommen und hätten für die Aktion der Polizei großes Verständnis gezeigt. Zur Begründung hieß es, die Sonderkommission der Polizei habe mehrere Hinweise auf Zivildienstleistende erhalten.

Der unbekannte Täter hatte die Siebenjährige auf der Schultoilette der katholischen Mädchenschule in der Innenstadt bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und dann vergewaltigt. Das Kind wurde schwer verletzt und musste in einem Krankenhaus operiert werden. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. Bei einem Vergleich genetischer Spuren von den Tatorten ergab sich, dass der Mann neun Wochen zuvor in der Frauen-Universitätsklinik in der Münchner Innenstadt auch eine tschechische Studentin vergewaltigt hatte.

Vor den Zivildienstleistenden waren bereits bei 128 anderen Männern Speichelproben auf freiwilliger Basis entnommen worden. Es handelte sich um Personen, die der Polizei wegen ihrer Tatortnähe oder ihrer Ähnlichkeit mit der Täterbeschreibung aufgefallen waren. Die Auswertung ergab hier jedoch keine Übereinstimmung mit den genetischen Spuren vom Tatort. Außerdem sollen 255 aus der Vergangenheit bekannte Sexualtäter zur Speichelentnahme vorgeladen werden. Ein DNA-Test in dieser Größenordnung sei ein Novum in der Münchner Kriminalgeschichte, hieß es.

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