Ermittlungen wegen weiterer Fälle gehen weiter
Ex-Bahn-Manager müssen wegen Korruption ins Gefängnis

Die Männer hatten 7 Millionen DM Schmiergeld kassiert und Steuern hinterzogen.

dpa BOCHUM. Wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe müssen zwei ehemalige Manager der Immobilientochter der Deutschen Bahn hinter Gitter. Alexander May (47), in den 90er Jahren Geschäftsführer "DB IMMO", wurde am Montag vom Landgericht Bochum zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Sein damaliger untergebener Mitarbeiter Horst Hadergasser (40), der bei DB- Bauprojekten für die technischen Aspekte zuständig war, erhielt zwei Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe.

Die Manager hatten von 1996 bis 1999 zusammen schätzungsweise sieben Mill. DM Schmiergeld von zwei Bauunternehmern kassiert, die lukrative Immobilien-Geschäfte mit der Bahn machen wollten. Die Deutsche Bahn habe keinen Schaden erlitten, stellte der Vorsitzende Richter Hermann Pamp fest. "Wir gehen von marktgerechten Verträgen aus."

Bei den Schwarzgeld-Transfers ging es um DB-Projekte in Mainz, Karlsruhe und Duisburg sowie einen Mietvertrag der "DB IMMO" mit dem Bürokomplex Galluspark in Frankfurt am Main. Bis zu 1,45 Mill. DM in bar wechselten den Besitzer. Gebunkert wurde das Schmiergeld auf Konten in der Schweiz. "Das war für mich wie Weihnachten. Die Versuchung war zu groß", hatte Hadergasser, der wie sein Ex-Chef ein umfassendes Geständnis ablegte, im Prozess erklärt. In den Urteilen wurden wegen Verjährung nicht alle eingeräumten Bestechungsfälle berücksichtigt.

Der Königsteiner Immobilienmakler Rolf Rietz (59), der dem Heidelberger Bauunternehmer Roland Ernst (64) bei der Organisation der Schmiergeld-Millionen mit Hilfe von Scheinrechnungen behilflich gewesen war, wurde wegen Beihilfe zur Untreue mit einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 50 000 DM bestraft. Der Prozess gegen den "Baulöwen" Ernst, der ursprünglich mit auf der Anklagebank gesessen hatte, soll im Januar neu aufgerollt werden. Die Wirtschaftsstrafkammer sieht in seinem Fall noch Aufklärungsbedarf und bat die Staatsanwaltschaft um weitere Ermittlungen.

Das Gericht will unter anderem zusätzliche Informationen über die Rolle einer Bank beim Verkauf des Bundesentwicklungshilfeministeriums (BMZ) in Bonn bekommen. Das BMZ wurde im März 1996 für 290 Mill. DM von einem finanzkräftigen Firmenkonsortium übernommen. Dazu gehörten die Bayerische Beamten Versicherung (BBV, München), die Deutsche Pfandbrief- und Hypothekenbank (Depfa, Wiesbaden) und die VEBA IMMOBILIEN AG (Bochum). Auch bei diesem "Immobilien-Deal" flossen Schmiergeld-Millionen.

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