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Ermordetem Biagi waren Leibwächter entzogen worden

Der Regierungsberater, der einem Attentat zum Opfer fiel, hatte gegen den Abzug seiner Bewacher protestiert. Angeblich wurde sein Personenschutz aus Spargründen gestrichen.

dpa ROM. Dem am Dienstagabend in Bologna ermordeten italienischen Regierungsberater Marco Biagi waren vor wenigen Monaten die Leibwächter entzogen worden. Biagi habe dagegen bei Arbeitsminister Roberto Maroni protestiert, berichteten italienische Zeitungen am Mittwoch. Die Maßnahme sei aus Einsparungsgründen erfolgt, hieß es. "Mein Mann ist im Stich gelassen worden", zitierte die Tageszeitung "La Repubblica" Biagis Ehefrau.

Die Ermittler gehen unterdessen weiter von einem terroristischen Hintergrund der Tat aus. Bisher hat sich niemand zu dem Mord bekannt. An der Eingangstür von Biagi's Wohnhaus ist nach Medienberichten von Unbekannten ein fünfzackiger Stern gemalt worden, das Zeichen der Terrororganisation Rote Brigaden. Die Roten Brigaden hatten sich zu zahlreichen Anschlägen in den vergangenen Jahrzehnten bekannt, zuletzt zum Mord am Regierungsberater Massimo D'Antona vor drei Jahren.

Der 51-jährige Universitätsprofessor Biagi war einer der engsten Berater von Arbeitsminister Maroni. Am Mittwoch hätten die beiden in Bologna zusammenkommen sollen, um über die von der Regierung angekündigte Lockerung des Kündigungsrechts zu beraten. Die Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" hatte am Dienstag einen Leitartikel veröffentlicht, den Biagi geschrieben hatte. Darin war er für einen Kompromiss im Streit zwischen der Regierung und der Gewerkschaft eingetreten.

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