Erneut Angriffe in entmilitarisierter Zone
Belgrad fordert härteres KFOR-Vorgehen gegen Extremisten

ap BUJANOVAC. Angesichts der Offensive militanter Kosovo-Albaner in Südserbien haben die Regierungen von Jugoslawien und Serbien die KFOR ultimativ zu einem energischen Vorgehen aufgefordert. Nach einem Krisentreffen im südserbischen Bujanovac hieß es am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung, Belgrad erwarte vom UN-Sicherheitsrat, den `albanischen Terroristen" kurzfristig ein Rückzugsultimatum zu setzen. Andernfalls werde Jugoslawien das Problem selbst lösen. Der Sicherheitsrat will sich am Dienstag mit dem Thema befassen.

An dem Treffen nahm auch der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica teil. Mit der Wahl des unmittelbar an der Krisenregion gelegenen Bujanovac als Tagungsort unterstrichen die Regierungen die Bedeutung, die sie dem Konflikt beimessen. In der Erklärung heißt es weiter, sollte der Sicherheitsrat keinen Aktionsplan verabschieden, werde Jugoslawien `sein legitimes Recht beanspruchen, das Problem selbst zu lösen, unter Einsatz aller international gestatteten Maßnahmen, um den Terrorismus zu bekämpfen". Ferner bildeten die Regierungen einen Krisenausschuss aus Ministern beider Kabinette, die die Lage beobachten und `angemessene Maßnahmen ergreifen" sollen.

Erneut Zwischenfälle

Während des Treffens in Bujanovac sagte Generaloberst Vladimir Lazarevic, die militanten Kosovo-Albaner bereiteten eine groß angelegte Offensive in dem entmilitarisierten Grenzstreifen vor. An dem Ende Dezember geplanten Angriff würden sich mehrere tausend Kämpfer beteiligen, sagte Lazarevic. Derzeit würden Brücken errichtet und Waffen in die fünf Kilometer breite Zone verlegt.

Kurz vor der Zusammenkunft war es erneut zu zwei Zwischenfällen in der entmilitarisierten Zone gekommen. Im Süden des Gebiets wurden nach NATO-Angaben zwei mit Serben besetzte Autos beschossen. Dabei wurde eine Person in den Arm getroffen. Im Norden der Zone berichteten Anwohner, ein von Serben bewohntes Dorf sei am Freitagabend angegriffen worden. Weiter hieß es, Rebellen hätten Schützengräben ausgehoben.

Zwei Serben bei Protesten ums Leben gekommen

In der entmilitarisierten Zone, die nach dem Kosovo-Krieg geschaffen wurde, ist den jugoslawischen Streitkräften die Einfuhr schwerer Waffen untersagt. Kämpfer der albanischen Befreiungsarmee für Presevo, Bujanovac und Medvedja töteten zu Beginn ihrer Offensive im November vier serbische Polizisten und besetzten mehrere Dörfer. Jugoslawien wirft der NATO-geführten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR) vor, nicht entschieden gegen die Angreifer vorzugehen. Diese fordern Unabhängigkeit sowohl für das Kosovo, als auch für den überwiegend von Albanern bewohnten Grenzstreifen.

Unterdessen kamen im Kosovo bei einer Protestkundgebung zwei Serben ums Leben. Wie die NATO am Sonntag in einer Erklärung mitteilte, protestierten am Samstag etwa 1.000 Menschen in Leposavic vor einem belgischen Militärlager gegen die Verhaftung eines Serben. Dabei wurde ein 20-jähriger Demonstrant erschossen, und ein 42-Jähriger starb nach einem Herzinfarkt. Ein weiterer Serbe wurde durch einen Schuss in die Brust verletzt, wie es weiter hieß. Die Serben blockierten das Militärlager und zerstörten drei NATO-Fahrzeuge. Weiter hieß es, die belgischen Soldaten hätten Tränengas eingesetzt und in die Luft geschossen.

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