Erneut finanzielle Schwierigkeiten
Telesens droht Insolvenz

Von Gesprächen mit Gläubigern und Investoren hängt die Zukunft des Kölner Anbieters von Abrechnungssystemen ab.

rtr DüSSELDORF. Dem Kölner Anbieter von Abrechnungssystemen für die Telekommunikation, Telesens KSCL, droht die Insolvenz. Von den Gesprächen in der kommenden Woche mit Gläubigern und Investoren hänge die Zukunft des Unternehmens ab, sagte Sprecherin Nina von Moltke der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Es bedarf eines erneuten Aufschubs von ausstehenden Zahlungen und einer Verlängerung von Kreditlinien. Am Donnerstag hatte die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft mitgeteilt, die bereits im Juni zurückgenommenen Jahresplanungen würden deutlich verfehlt. Ferner hieß es, Telesens stehe mit Investoren und Gläubigern in Verhandlungen über einen Finanzierungsplan. Bei erfolgreichem Abschluss soll dadurch die Liquidität des Unternehmens gesichert und die Insolvenz abgewendet werden, hieß es weiter.

Der Vorstand habe mit einer Unternehmensberatung einen erweiterten Restrukturierungsplan erarbeitet, wobei die Prognosen "deutlich" unter den im Juni ausgegebenen Erwartungen lägen. Telesens war bisher für 2001 von einem Umsatz von 120 bis 125 Mill. ? sowie von einem ausgeglichenen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ausgegangen. Im März hatte Telesens seine Prognosen angehoben und einen Umsatz von etwa 150 Mill. ? in Aussicht gestellt sowie ein positives Ebitda. Im Juni musste das Unternehmen seine Planungen zurücknehmen und erhielt von Investoren eine Finanzspritze von 18 Mill. ?. Der Anteilseigner T-Venture, die Wagniskapitalgesellschaft der Deutschen Telekom , verpflichteten sich darüber hinaus erneut zwölf Mill. ? bereitzustellen. Gleichzeitig kündigte Telesens damals ein umfassendes Restrukturierungsprogramm und den Abbau von 360 Arbeitsplätzen auf 1 100 Mitarbeiter an.

Einer der Gläubiger ist nach Firmenangaben die Ploenzke AG, die Anfang des Jahres den Geschäftsbereich Billing Components für knapp 20 Mill. ? an Telesens verkauft hatte. Der Kaufpreis sollte über mehrere Quartale aus vorhandenen Barmitteln beglichen werden, hieß es damals.

Größter Einzelaktionär von Telesens ist Firmengründer Genadi Man mit knapp 34 %. T-Venture hält etwa 29 %, 43,7 % sind im freien Handel, wovon das Emissionshaus Gold-Zack einen nicht näher bezifferten Anteil hält.

Die niederländische Großbank ABN Amro hat unterdessen die Telesens-Aktie auf "Sell" von "Reduce" zurückgestuft. Die Analysten begründeten ihre Entscheidung mit der zweiten Gewinnwarnung von Telesens im laufenden Geschäftsjahr und einer drohende Insolvenz. Die Telesens-Aktie verlor am Freitag in einem behaupteten Gesamtmarkt zeitweise 17 % auf 0,61 ?.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%