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Erneut gestiegene Anschaffungsneigung beflügelt GfK-Konsumklima

Die erneut gestiegene Anschaffungsneigung der Verbraucher hat im Dezember zu einer verbesserten Konsumstimmung geführt.

dpa-afx FRANKFURT. Die erneut gestiegene Anschaffungsneigung der Verbraucher hat im Dezember zu einer verbesserten Konsumstimmung geführt. Die Chancen für einen Anstieg der Binnennachfrage in kommenden Jahr hätten sich damit erhöht, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in ihrem monatlichen Bericht mit. Während die Einkommenserwartungen zum Vormonat leicht stiegen, fiel die Konjunkturstimmung leicht zurück.

Nach dem erneuten Anstieg des GfK-Konsumklimas und dem positiven Verlauf des Weihnachtsgeschäfts ist es nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der GfK ,Klaus Wübbenhorst, noch zu früh, um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen. Eine solche Beurteilung könnte zudem dazu führen, dass weitere notwendige Strukturreformen am Arbeitsmarkt weiter nach hinten verschoben werden könnten, sagte Wübbenhorst am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Indikator Steigt AUF 2,9 Punkte

Für den Monat Januar prognostiziert die Gesellschaft für Konsumforschung einen Indikator von 2,9 Punkten nach revidiert 2,6 Punkten im Vormonat. Der Wert für den Dezember wurde von 2,7 Punkten im Vormonat auf 2,6 Punkte nach unten revidiert. Die Anschaffungsneigung stieg um 2,1 Punkte auf einen Wert von minus 22,3 Punkte. In den vergangenen Monaten hatte die Anschaffungsneigung zwischen 27 und minus 28 Punkten geschwankt. Neben Weihnachten habe auch die etwas positivere Einkommenserwartung zu der steigenden Konsumneigung beigetragen.

Die Einkommenserwartung stieg um 2,3 Punkte auf minus 13,5 Punkte. Sie liegt damit aber immer noch um fünf Punkte unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahresmonats. Die Konjunkturerwartungen verschlechterten sich um 1,3 Punkte auf minus 18,3 Punkte. Das sind 17 Punkte weniger als im Vorjahr.

"Die erneut deutlich gestiegene Anschaffungsneigung ist aber ein positives Zeichen für den Konsum im kommenden Jahr", sagte Wübbenhorst. Der Anstieg von über zehn Punkten im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sei schon "ganz ordentlich". "Die erneut gefallenen Konjunkturerwartungen haben sich nicht negativ auf die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung ausgewirkt", sagte Wübbenhorst. Aus den sich eintrübenden Erwartungen für die Weltwirtschaft zögen die Verbraucher nicht unmittelbar Schlüsse für den eigenen Arbeitsplatz.

Konjunkturerwartungen Wirken Sich Nicht Unmittelbar AUS

Positive Impulse für die Stimmung der Verbraucher erwartet Wübbenhorst von den zu Jahresbeginn in Kraft tretenden Steuersenkungen. Dies bedeute für die Verbraucher "mehr Netto" in einem Umfeld von Nullrunden und Gehaltsverzicht. Zudem seien für Nettolohnerhöhungen langwierige Tarifverhandlung nötig. "Allerdings hat die Bundesregierung die Steuerreform zu wenig vermarktet."

Gleichzeitig warnte Wübbenhorst vor Veränderungen bei den Hartz-Gesetzen. Die Diskussion um "Nachbesserungen" erhöhe die Verunsicherung. "Die Verbraucher haben so den Eindruck, dass die politisch Verantwortlichen nicht voll hinter ihrer Politik stehen." Die Politik müsse bei als notwendig erkannten Reformen Verlässlichkeit und Konsequenz zeigen.

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