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Erneut im Plus

Am frühen Nachmittag atmeten die US-Märkte noch einmal auf. Doch halten konnten die Indizes ihre Tageshöchststände nicht. Gute Quartalsergebnisse und zuversichtlich stimmende Konjunkturdaten beflügeln am Donnerstag die Märkte. Nach den neusten Wirtschaftdaten zeigen sich die Anleger zuversichtlich, was die Genesung der Konjunktur angeht. Die Mehrheit der Experten rechnet nun gegen Ende des Jahres mit der Erholung der Unternehmensgewinne.

In der vergangenen Woche ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung auf 380 000 und damit auf das niedrigste Niveau seit März zurück. Auch wenn die nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft noch etwas länger auf sich warten lassen wird. der Trend stimmt bereits wieder. Zu den größten Gewinnern gehörte am Donnerstag die Aktie von Data Research. Das Papier des Entwickler von Programmiersprachen legte mehr als 70 Prozent an Wert zu. Beflügelt hatte den Kurs das Übernahmeangebot von Konkurrent Sirsis. Das Unternehmen will Data Research für 51,5 Millionen Dollar in bar übernehmen. Verglichen mit dem Mittwoch-Schlusskurs entspricht das einem Kursaufschlag von 84 Prozent. Zu den meistgehandelten Aktien gehörte dagegen die Aktie von Ciena. Der US-Hersteller von Glasfasertechnologie erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Verlust in Höhe von 17 Cents pro Aktie. Nach außerordentlichen Kosten konnte jedoch ein Gewinn von 20 Cents pro Aktie erzielt werden. Damit werden die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten um vier Cents übertroffen. Das Management bestätigte gleichzeitig die Wachstumsprognosen für das Fiskaljahr 2001. Die Kursgewinne konnte das Papier jedoch nicht bis zur Schlussglocke halten. Der Wert notierte schließlich mit 3,6 Prozent im Minus.

Hewlett-Packard führte am Donnerstag die Liste der Dow Jones Gewinner an und sorgte für positive Impulse auf dem Computersektor. Der Computer- und Druckerhersteller legte Quartalergebnisse vor und konnte die Erwartungen der Analysten im zweiten Quartal um drei Cents schlagen. Was das laufende Quartal betrifft, rechnet das Management mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres oder bis zu fünf Prozent darunter. In der bisherigen Prognose peilte Hewlett-Packard jedoch nur ein kaum verändertes Umsatzniveau an. Man geht davon aus, dass der Gewinn pro Aktie dennoch die Erwartungen von 23 Cents pro Aktie erreichen kann.

Mit Spannung erwarteten die Anleger die Quartalszahlen von Dell, die nach Börsenschluss veröffentlich wurden. Dabei wurden die Prognosen mit einem Gewinn von 462 Millionen Dollar getroffen. Der Umsatz ist um zehn Prozent auf acht Milliarden Dollar gestiegen. Die Aktie notierte im Vorfeld der Veröffentlichung stärker.

IBM freute sich zunächst über einen Auftrag des Max Planck Institutes. Big Blue soll den größten Supercomputer Europas entwickeln. Bis Handelsschluss hatte das Papier die Tagesgewinne jedoch schon wieder abgegeben und schloss im Minus.

Zulegen konnten auch Aktien aus den Sektoren Einzelhandel, Biotechnologie und Pharma. Finanzwerte waren schwach. Die Citigroup möchte eine mexikanische Großbank für rund 12,5 Milliarden Dollar kaufen.

An der New Yorker Börse konnten sich annähernd 300 Aktien auf neue Höchststände hoch arbeiten. Und dennoch: einige Händler trauen dem Aufschwung nicht. Schon in den nächsten Tagen, so prophezeien sie, wird der Dow wieder unter die 11000-Punkte-Marke zurück fallen. Nach wie vor geht die Angst auf dem Parkett vor sinkenden Unternehmensgewinnen um. Diese werden möglicherweise noch einmal schlechter ausfallen als im ersten Quartal. Auch aus diesem Grund kam es zu Gewinnmitnahmen. Aktien, die sich in letzter Zeit gut entwickelten, werden nach Kursaufschwüngen wieder verkauft. Und nicht zuletzt sind viele Papier ganz einfach noch zu teuer, gemessen am Gewinn, den das Unternehmen erwirtschaftet.

© Wall Street Correspondents Inc.

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