Archiv
Erneut indisch-pakistanische Feuergefechte

In Kaschmir haben sich indische und pakistanische Soldaten am Dienstag erneut Feuergefechte geliefert. Einem Sprecher des indischen Militärs zufolge griff die pakistanische Armee Stellungen im Machil- Sektor mit schwerer Artillerie an.

rtr NEU-DELHI. Pakistanische Sicherheitskräfte sprachen dagegen von Schusswechseln mit Handfeuerwaffen. Indien sagte, es sehe trotz entsprechender Ankündigung Pakistans keine Bewegung in dessen Kampf gegen den grenzüberschreitenden Terrorismus. Pakistans Präsident Pervez Musharraf hielt Gespräche mit seinem Militärstab. Beide Länder haben große Truppenkontingente an die Grenze verlegt.

Die Sprecherin des indischen Außenministeriums, Nirupama Rao, sagte in Neu-Delhi, Indien warte noch immer auf "konkrete, ernst gemeinte und wesentliche Schritte" Pakistans gegen grenzüberschreitenden Terrorismus und Guerilla-Gruppen, die von pakistanischem Boden aus gegen Indien kämpften. Für eine Vermittlung Dritter sah sie keinen Raum: "Es ist Sache unserer beiden Länder, dieses Thema zu behandeln." Indien wirft seinem Nachbarland vor, moslemische Terroristen zu unterstützen, die gegen die indische Herrschaft in Kaschmir kämpften.

Musharraf hatte erklärt, sein Land weise "Terrorismus in allen Formen und Ausprägungen zurück und habe mit der internationalen Koalition in diesem Geist vollständig kooperiert". Er kündigte an, in einigen Tagen endgültige Entscheidungen bekannt zu geben. Pakistan hatte mehrere hundert militante Moslems festgenommen und sich auf die Gruppen Lashkar-e-Taiba und Jaish-e-Mohammad konzentriert. Aus pakistanischen Kreisen hieß es, Musharraf habe bei dem Treffen mit seinem Generalstab am Dienstag den Verteidigungswillen seines Landes betont.

Nach einem Anschlag auf das indische Parlament am 13. Dezember, bei dem 14 Menschen starben, wurde an der Grenze zwischen beiden Ländern das größte Truppenaufgebot seit 15 Jahren zusammengezogen. Indien macht Separatisten für den Anschlag verantwortlich und wirft Pakistan vor, diese bei ihren Operationen im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir zu unterstützen, was Pakistan jedoch bestreitet.

Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, haben um Kaschmir bereits zweimal Krieg geführt. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 kontrolliert Indien 45 % der Bergregion, Pakistan etwa ein Drittel. Der Rest steht unter chinesischer Verwaltung. Seit Ausbruch der Kämpfe um die Unabhängigkeit Kaschmirs von Indien 1989 wurden nach Behördenangaben mehr als 33 000 Menschen getötet. Separatisten schätzen die Zahl der Toten auf rund 80 000.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%