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Erneut schweres Beben in Japan

Fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in Japan ist am Mittwoch ein zweijähriger Junge wie durch ein Wunder aus einem von Geröllmassen verschütteten Auto gerettet worden. Während der dramatischen Bergung wurde die Unglücksregion erneut von einem schweren Erdstoß erschüttert.

dpa TOKIO. Fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in Japan ist am Mittwoch ein zweijähriger Junge wie durch ein Wunder aus einem von Geröllmassen verschütteten Auto gerettet worden. Während der dramatischen Bergung wurde die Unglücksregion erneut von einem schweren Erdstoß erschüttert.

Für die 39 Jahre alte Mutter des kleinen Yuta Minagawa kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie wurde bewusstlos in ein Krankenhaus der Katastrophenprovinz Niigata gebracht, wo die Ärzte nur noch den Tod bekannt geben konnten. Das Schicksal der ebenfalls in dem Auto verschütteten dreijährigen Tochter war zunächst unklar.

Die ganze Nation nahm Anteil an dem Schicksal des Jungen, dessen Bergung live im Fernsehen übertragen wurde. Wie es seiner Schwester Mayu geht, blieb dagegen zunächst ungewiss. Der Vater der Kinder hatte alle Hebel zur Rettung seiner Familie in Bewegung gesetzt. "Ich möchte Wasser trinken", wurde sein kleiner Sohn im Krankenhaus zitiert. Einsatzkräfte hatten das Auto am Vortag unter gewaltigen Felsbrocken und Geröll gefunden. Dann hörten sie die Stimme des Jungen. Während die Rettungsaktion auf Hochtouren lief, wurden die Bewohner Niigatas am Mittwoch erneut von einem Beben der Stärke 6,1 auf der Richterskala in Angst und Schrecken versetzt.

Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Ein Fotostudio in Ojiya stürzte ein, die Bewohner konnten laut Medienberichten gerettet werden. Fensterscheiben zerbrachen, vereinzelt barsten Wasserleitungen. Die in der Region gerade angelaufenen Wiederaufbauarbeiten kamen zum Stillstand. Etwa 1 000 Reisende wurden aus einem Bahnhof in der Stadt Nagaoka wegen akuter Einsturzgefahr in Sicherheit gebracht. Der Fernsehsender NHK zeigte Bilder von Menschen in Notunterkünften, die sich im Moment des schweren Bebens auf den Boden warfen. "Ich habe Angst", schrie eine Frau weinend. Mütter hielten ihre Kinder schützend an sich gepresst.

Auch im 250 Kilometer entfernten Tokio war die Erschütterung zu spüren. Das Erdbebenzentrum lag in etwa zehn Kilometer Tiefe. Daraufhin kam es zu weiteren Nachbeben. Der Zugverkehr in der Unglücksprovinz wurde vorübergehend gestoppt. Auch die Bergungsarbeiten an einem durch die schweren Beben vom Samstag entgleisten Hochgeschwindigkeitszug wurden unterbrochen. Seit den Erdbeben vom Samstag sind bisher 32 Menschen ums Leben gekommen.

Noch immer müssen Zehntausende von Menschen in Notunterkünften ausharren. Viele haben Zelte auf freien Plätzen oder Schulhöfen aufgeschlagen und schützen sich an offenen Feuerstellen vor der zunehmenden Kälte. Andere Bewohner harren in ihren Autos aus. Viele der Menschen sind wegen der andauernden Angst vor Nachbeben und Erdrutschen bis an den Rand eines Kollaps erschöpft.

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