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Erneut Tote bei Selbstmordanschlag

Einen Tag vor dem geplanten Besuch von US- Außenminister Colin Powell in Israel und den Palästinensergebieten sind bei einem neuen Selbstmordanschlag in Nordisrael am Donnerstagmorgen zwei Menschen getötet worden.

dpa JERUSALEM. Der palästinensische Attentäter sprengte sich in einem Lebensmittelgeschäft in einer kleinen Siedlung bei der Stadt Beit Schean in den Tod und und riss den Ladenbesitzer mit in den Tod. Nach Angaben der Polizei plante der Extremist offenbar, sich inmitten einer Gruppe wartender Israelis an einer nahe gelegenen Bushaltestelle zu töten. Der Sprengsatz sei vermutlich vorzeitig explodiert. Zu dem Anschlag bekannte sich die Extremistengruppe Islamischer Dschihad.

Ungeachtet des neuen Terroranschlags begann die israelische Armee am Morgen mit der gewaltsamen Räumung einer ungenehmigten jüdischen Siedlung im Westjordanland zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Bei heftigen Auseinandersetzung zwischen radikalen Siedlern und Grenzpolizisten wurden bis zum Abend mindestens 30 Menschen verletzt, berichteten israelische Medien.

Mehrere hundert Israelis hätten sich sich der Räumung der Kleinsiedlung Mizpe Jihar in der Nähe der Stadt Nablus entgegenstellt. Am Morgen hatte ein israelisches Gericht der Armee grünes Licht für die Aktion gegeben, die von Ministerpräsident Ariel Scharon angeordnet worden war. Israel hat sich mit der Annahme des jüngsten Nahost-Friedensplanes verpflichtet, über 60 israelische Siedlungen auf palästinensischem Boden aufzugeben, die nach Amtsantritt von Scharon im März 2001 entstanden sind.

Um eine Zuspitzung der bereits kritischen Lage zu verhindern, verhängte die Armee über sämtliche jüdischen Siedlungen in dem Gebiet am Donnerstag eine Ausgangssperre. Bei der gewaltsamen Räumung fanden die Sicherheitskräfte unter anderem sieben Brandbomben. Israel hatte nach dem Nahostgipfel von Akaba auf Druck von US-Präsident George W. Bush mit der Räumung der ersten ungenehmigten Kleinsiedlungen begonnen, um damit gegenüber den Palästinensern guten Willen zu demonstrieren.

Deren Ministerpräsident Mahmud Abbas scheiterte am Mittwochabend erneut bei dem Versuch, die militanten Palästinensergruppen zur formellen Einstellung aller Gewalttaten gegen Israel zu bewegen. Nach einem erneut mehrstündigen Treffen in Gaza hieß es aus Kreisen der extremistischen Hamas-Organisation lediglich, man prüfe weiterhin die Vorschläge von Abbas für eine Waffenruhe.

Powell wird an diesem Freitag zu seinem zweiten Besuch in Nahost in diesem Jahr erwartet. Dabei wird er zu Gesprächen mit Scharon sowie mit Abbas zusammentreffen.

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