Erneut Tote in Nahost
Scharon bleibt kompromisslos

Ariel Scharon bekräftige seine Forderung nach sieben Tagen "totaler Ruhe" in den Palästinensergebieten als Vorbedingung für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Gleichzeitig forderte er die EU auf, die Finanzhilfe für Jassir Arafats Autonomiebehörde zu stoppen

dpa JERUSALEM/GAZA/WASHINGTON. Vor dem Hintergrund internationaler Bemühungen um eine Lösung im Nahostkonflikt sind bei neuen Zusammenstößen zwischen Israelis und Palästinensern am Sonntagabend zwei Menschen getötet worden. Wie die israelische Armee mitteilte, eröffneten Panzer im Norden des Gazastreifens das Feuer auf eine Gruppe bewaffneter Palästinenser, die in eine jüdische Siedlung eindringen wollten. Von palästinensischer Seite hieß es dagegen, die israelischen Panzer hätten einen palästinensischen Polizeiposten angegriffen und zerstört. Zwei Palästinenser seien getötet worden. Auch aus anderen Teilen des Gazastreifens wurden am Abend Schusswechsel gemeldet.

Am Sonntag hatte sich eine hochrangige EU-Delegation in Jerusalem vergeblich bemüht, den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zu einer raschen Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Palästinensern zu bewegen. Scharon bekräftigte seine Forderung nach sieben Tagen "totaler Ruhe" in den Palästinensergebieten als Vorbedingung für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Zugleich griff er Palästinenserpräsident Jassir Arafat aufs Schärfste an und forderte die EU auf, die Finanzhilfe für Arafats Autonomiebehörde zu stoppen.

Der Vorsitzende der EU-Delegation, Belgiens Ministerpräsident Guy Verhofstadt, drängte beide Seiten, sich von der Europäischen Union als "ehrlichem Makler"bei der Suche nach einer Lösung helfen zu lassen. Er wies Vorwürfe hoher politischer Kreise in Jerusalem zurück, wonach die EU einseitig für die Palästinenser Partei ergreife. "Die EU ist nicht parteiisch", sagte der Ratsvorsitzende. Neben Verhofstadt waren auch der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, der EU-Beauftragte für Außenpolitik, Javier Solana, und der belgische Außenminister Louis Michel nach Jerusalem gekommen.

Nach Medienberichten drängten sie Scharon, eine neue US- Friedensinitiative zu akzeptieren, deren Grundzüge US- Außenminister Colin Powell am Montag während einer Rede in Kentucky bekannt geben will. Am Sonntag rief Powell Israel und die Palästinenser erneut auf, die Gewalt zu beenden und aufeinander zuzugehen. Powell erklärte im Fernsehsender ABC, er wollte bei seiner Nahostrede die "Vision der USA" darlegen. Dabei ließ er offen, ob er sich dafür aussprechen wolle, die so genannte Siebentagefrist zu streichen. Washington könne beide Seiten nur "ermutigen", sich anzunähern. Das Wichtigste sei, dass die Gewalt enden müsse, sagte Powell.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%