Erneut Umsatz- und Gewinnzuwächse
Carl Zeiss bremst Erwartungen

Der Opto-Elektronik-Konzern Carl Zeiss bleibt trotz erneuter Umsatz- und Gewinnzuwächse im ersten Halbjahr für das Geschäftsjahr 2001/02 vorsichtig.

Reuters STUTTGART. "Die Wachstumsraten der vergangenen Jahre werden sich nicht so fortsetzen lassen", sagte Vorstandssprecher Dieter Kurz am Donnerstag in Stuttgart. "Wir streben an, das Vorjahresergebnis zu erreichen und eventuell leicht zu übertreffen", formulierte er zurückhaltend.

Nach einem Rekordjahr 2000/01 (zum 30. September) mit einem Gewinn nach Steuern von 110 Millionen Euro verzeichnete das als Stiftung organisierte Unternehmen aus Oberkochen in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 einen Umsatzzuwachs von sieben Prozent auf 1,125 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 63,4 Millionen Euro. Das sei ein Bestwert gewesen, sagte Kurz. Der Auftragseingang sei jedoch um neun Prozent auf 1,098 Milliarden Euro gesunken.

Carl Zeiss geht an den Start

Mit der am Donnerstag ins Handelsregister im thüringischen Gera eingetragenen Augenheilkunde-Tochter Carl Zeiss AG ist erstmals eine Zeiss-Firma an der Börse gelistet. Dazu hatte Zeiss die eigene Sparte mit der schon am Neuen Markt notierten Asclepion AG-Meditec aus Jena verschmolzen. Die Aktie notierte am Donnerstagnachmittag in einem leicht schwächeren Marktumfeld mit 3,4 Prozent im Plus bei 10,96 Euro.

Für einen grundsätzlich ins Auge gefassten Börsengang der Chiptechnik-Tochter Carl Zeiss SMT AG hält Kurz das derzeitige Marktumfeld jedoch für zu schlecht. Zeiss werde "zu gegebener Zeit" über diesen Schritt entscheiden. Weitere Börsengänge seien nicht geplant, betonte der Vorstandschef.

Carl Zeiss prozessiert derzeit mit eigenen Mitarbeitern, die gegen eine Änderung des Stiftungsstatuts klagen, weil sie mit weiteren Ausgründungen ihre Besitzstände gefährdet sehen. Nach einer Niederlage in der ersten Instanz vor dem Amtsgericht in Ellwangen hätten sie in der vergangenen Woche Berufung beim Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart eingereicht, sagte Kurz. Der Prozess könne die Umwandlung der beiden Führungsgesellschaften Carl Zeiss und Schott in Aktiengesellschaften stören. Auf die bereits vollzogenen Ausgliederungen hätten sie keine Auswirkung.

Augenheilkunde-Geschäft wird ausgebaut

Mit Meditec wolle Carl Zeiss in den nächsten fünf Jahren auch durch Zukäufe stark wachsen, sagte der Aufsichtsratschef des neuen Unternehmens, Michael Kaschke. Der Umsatz solle sich von 233 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr bis 2007 verdoppeln. "Wir müssen die Märkte größer definieren", sagte Kaschke. Über die Produktion von Geräten und Systemen hinaus bestehe das Geschäft auch aus Software- und IT-Lösungen, Implantaten, Linsen bis zum zum Betrieb von Operationskliniken. Die Meditec-Aktie solle als Akquisitionswährung genutzt werden. Durch den Zusammenschluss erhöht sich das Grundkapital auf 25,8 von 6,2 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr hätten alle sechs Zeiss-Sparten positive Betriebsergebnisse erzielt, sagte Vorstandssprecher Kurz. Carl Zeiss SMT, der umsatzmäßig größte Bereich, profitiere trotz der Chip-Krise von den Investitionen der Halbleiter-Produzenten in neue Technologien. In der Messtechnik halte er die schlimmste Schwächephase für überwunden. Die höchsten Umsatz-Zuwächse (22 Prozent) verzeichnete im ersten Halbjahr die Mikroskopie, deren Produkte in der Gen- und Zellforschung gefragt seien.

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