Erneute Angst vor Terroranschlägen
US-Börsen gehen schwächer ins lange Wochenende

Die US-Märkte sind vorsichtig geworden und warten auf fundierte Anhaltspunkte dafür, dass die Wirtschaft wächst. Entsprechend blieb es nicht ohne Folgen, dass der Anstieg des Brutto-Inlandsproduktes hinter den Erwartungen blieb.

Reuters/ dpa NEW YORK. Belastet von einem unter den Erwartungen liegenden Anstieg des US-Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal haben die US-Börsen am Freitag den Handel schwächer beendet. Zudem drückten Händlern zufolge Sorgen über eine schwache Technologie-Nachfrage die Aktienkurse von Chip-Ausrüstern wie Applied Materials.

Der Dow-Jones-Index schloss um 1,09 % auf 10 104,26 Punkte, der technologielastige Nasdaq-Index um 2,13 % auf 1661,49 Punkte. Der breiter gefasste S&P-Index ging 1,21 % schwächer bei 1083,82 Zählern aus dem Handel. "Die Stimmung ist vorsichtig, fast richtungslos", sagte ein Händler. Zwar erhole sich die US-Wirtschaft langsam. Dies reiche allerdings noch nicht aus, um die Erwartungen hochzuschrauben. "Es hat den Anschein, dass wir bis zum dritten Quartal warten müssen, um Richtungsänderungen bei den Erwartungen zu sehen." "Die Anleger wollen wirtschaftliches Wachstum sehen, damit die Unternehmensgewinne steigen, doch die Anzeichen fehlen immer noch", sagte der Fondsmanager John Carey vom Pioneer Fund. In der Wochenbilanz hat der Dow 2 % eingebüßt, der S&P 5,6 % und der Nasdaq 4,2 %.

Vor dem Memorial-Day-Wochenende hielten sich viele Investoren zurück, sagten Börsianer. Die US-Kreditmärkte schlossen am Freitag früher, und am Memorial Day am Montag bleiben sowohl die Kreditmärkte als auch die New Yorker Börsen geschlossen. Der Feiertag ist in den USA traditionell der Auftakt der Sommerferien. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg nach Angaben des US-Handelsministeriums zum Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,6 % . Im April hatte das Ministerium noch mit einer Rate von 5,8 % gerechnet. Analysten hatten im Schnitt mit einer Anhebung der Schätzung auf 6 % gerechnet.

Goldman Sachs stuft Chip-Ausrüster herab

Belastend wirkte sich zudem Händlern zufolge die Herabstufung der Titel von Chip-Ausrüstern durch das Investmenthaus Goldman Sachs aus. Goldman nahm vor Börsenbeginn seine Empfehlung auf "market weight" von "market overweight" zurück. Der S&P-Index für Halbleiter-Ausrüster verlor zum Handelsschluss mehr als drei % . Die Titel des weltgrößten Herstellers von Maschinen für die Chipproduktion, Applied Materials, fielen fast 7 % auf 23,80 $ .

Unterdessen verloren die Aktien des US-Computerhersteller Sun Microsystems um 7,4 % auf 6,86 $ . Der Konzern rechnet zwar weiterhin mit einer Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Geschäftsquartal. Er wies aber zugleich auf die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen hin.

Zu den größten Gewinnern am Markt zählten Biogen Inc, die um 22,6 % auf 49,47 $ stiegen, nachdem die Aktien am Donnerstag vom Handel ausgesetzt worden waren. Das Biotechnologieunternehmen hatte am Donnerstag die Zustimmung eines Gutachtergremiums für die Zulassung seines Schuppenflechte-Medikaments Amevive erhalten. Damit hat die Firma gute Chancen, das für ihr künftiges Wachstum als äußerst wichtig geltende Mittel in den USA auf den Markt zu bringen.

An der New York Stock Exchange blieb der Umsatz angesichts des bevorstehenden langen Wochenendes mit knapp 900 Millionen gehandelten Aktien vergleichsweise dünn. 1237 Titel verzeichneten Zuwächse, 1897 verloren an Wert, 209 blieben unverändert. An der Nasdaq wurden mehr als 1,18 Milliarden Aktien gehandelt. 1250 Werte befanden sich auf der Gewinner- und 2126 auf der Verliererseite. Unverändert schlossen 3684 Aktien. Die Feinunze Gold verbilligte sich um 2,10 $ auf 320,70 $.

An den US-Kreditmärkten schlossen Staatsanleihen unverändert zum Vortag. Die zehnjährigen Staatsanleihen notierten mit 97-31/32 und rentierten mit 5,14 % . Auch die 30-jährigen Bonds gingen unverändert mit 95-28/32 aus dem Handel. Sie rentierten mit 5,67 % .

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