Erneute Auseinandersetzung über die Aktienkäufe von Sybille Schmid-Sindram
Mobilcom-Aktionäre erreichen im Streit um UMTS-Netz keine Einigung

Im Streit um den weiteren Ausbau des Geschäfts mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS haben die Anteilseigner der Mobilcom AG, Büdelsdorf, offenbar keinen Durchbruch erreicht.

lip HAMBURG. Die Gesellschaft teilte im Anschluss an die gestrige Aufsichtsratssitzung lediglich mit, dass über die strittigen Fragen "einvernehmlich verschiedene Lösungsvorschläge" erarbeitet wurden. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Der Aufsichtsrat soll aber kurzfristig wieder zusammentreffen.

Bereits seit Wochen streiten der Vorstandsvorsitzende, Gerhard Schmid, sowie der zweitgrößte Anteilseigner, France Telecom, über den UMTS-Geschäftsplan: Danach benennt der Firmengründer einen Kapitalbedarf von 1,4 Mrd. Euro bis Ende 2003. France Telecom will der Geldforderung des Hauptaktionärs nicht nachkommen, um ihren Schuldenberg von 65 Mrd. Euro nicht zu vergrößern.

Unternehmenskenner rechneten bereits Mittwoch Vormittag nicht mit einer Einigung unter den Anteilseignern. Der Grund: Bereits zu Beginn der Aufsichtsratssitzung sorgten die Aktiengeschäfte der Ehefrau des Firmengründers, Sybille Schmid-Sindram, für einen erneuten Eklat: So hielt der Aufsichtsrat den von France Telecom vorgeschlagenen Wirtschaftsprüfer für befangen, da die Franzosen zu ihm ein "enges wirtschaftliches Verhältnis" hätten. Im Einzelnen soll der französische Großaktionär in den vergangenen Monaten Aufträge von mehr als 10 Mill. Euro an den nicht namentlich genannten Wirtschaftsprüfer vergeben haben.

Das Kontrollgremium beauftragte deshalb die BDO Deutsche Warentreuhand als Gutachter, um die Aktienkäufe von Schmids Ehegattin unter die Lupe zu nehmen. Die Gesellschaft, zu der weder Schmid noch France Telecom wirtschaftliche Beziehungen pflegen, soll bis zur nächsten AR-Sitzung am 20. März feststellen, ob Sybille Schmid Aktien des Unternehmens mit Geld aus der Konzernkasse bezahlt hat.

Den Streit um die Börsengeschäfte von Sybille Schmid nutzt France Telecom offenbar, um sich die Macht bei Mobilcom zu sichern, heißt es aus Unternehmenskreisen. Damit wollten die Franzosen Schmid zwingen, sein 42 %iges Aktienpaket kostengünstig abzugeben. Der Mobilcom-Kurs gab gestern um 4,15 % auf 12,70 Euro nach. Die Notierung von France Telecom sank um 0,82 % auf 31,60 Euro.

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