Erneute Korrektur in Sicht
Mobilcom-Verlust belastet Neuen Markt

Analysten erwarten auf Grund der schwachen technischen Verfassung von wichtigen Werten wie beispielsweise Intershop, Aixtron und Quiagen ein weiteres Durchsacken des Neuen Marktes.

Reuters FRANKFURT. Das Ende der Versteigerung der UMTS-Lizenzen sind am Freitag bei insgesamt behaupteter Tendenz und ruhigen Geschäft Topthema am Neuen Markt. Bis 13.35 Uhr MESZ gewann der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index0,09 % auf 5161 Punkte, während der Blue-Chip-Index Nemax-50 0,61 % auf 5670 Stellen abgab. Händler erklärten, das Geschäft klinge zum Wochenende ausgesprochen ruhig aus.

Aus technischer Perspektive fällt der Ausblick auf die kommende Woche nach Einschätzung einiger Analysten wenig optimistisch aus. Auf Sicht sehe er eine weitere Korrektur kommen. Die Frage sei nur wann, sagte Michael Riesner, Analyst der DG Bank. Sollte die US-Technologiebörse Nasdaq sich deutlich nach oben bewegen, sieht Riesner Raum für eine Erholung bis maximal 5 600 Punkten im Nemax-All-Share-Index. Angesichts der schwachen technischen Verfassung von wichtigen Werten am Neuen Markt wie Intershop, Singulus, Aixtron und Qiagen sei danach aber ein neuerliches Durchsacken des Marktes zu erwarten. Sollte die Nasdaq aber in den kommenden Tagen schwächer laufen, könne der breite Neue Markt auch schnell bis 4 800 oder 4 600 Stellen abrutschen.



Auch Marius Hoerner, Analyst bei der Lang & Schwarz Wertpapierhandelbank, sieht den Markt in einer technisch schlechten Verfassung. Sollten die 90- und 200-Tagelinien nach unten durchstoßen werden, könne es noch einmal südwärts gehen. Ein Test der 5000-Punkte-Marke sei in jedem Fall zu erwarten. Mittelfristig sieht er den Neuen Markt auch relativ schwächer als den Dax. "Angesichts der Marktstimmung wird der Neue Markt ein mögliche Erholung dort nur begrenzt mitmachen, während Verluste bei den großen Werten sicherlich zu starken Abgaben bei den Wachstumstiteln führen werden", lautet seine Einschätzung.

Die Aktien der Mobilcom gaben bis zum Freitagmittag 6,9 % auf 110,70 Euro nach. So schnell werde sich die Diskussion um das Ergebnis der UMTS-Versteigerung und ihre Auswirkung speziell bei diesem Unternehmen nicht legen, sagte Analyst Hoerner. "Der Handel in MobilCom wird nach dem Ende der Lizenzversteigerung auf Sicht sehr volatil bleiben." Bislang habe sich im Markt noch keine endgültige Meinung darüber durchgesetzt, ob sich die Ersteigerung von Lizenzen für die Gesellschaft nun positiv oder negativ auswirken werde. Derzeit überwiege offensichtlich eine skeptische Einschätzung.

Zu den Gewinnern am Neuen Markt gehören mit einem Plus von 19,45 % auf 24,50 Euro Internolix, die am Morgen den Abschluss einer Kooperation mit IBM bekanntgegeben hatten. Tria stiegen um 9,1 % auf 38,20 Euro nachdem das Unternehmen erklärt hatte, es erwarte auf Grund vorläufiger Zahlen für das erste Halbjahr ein Umsatzplus von rund 80 % auf 28 Mill. DM.

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