Erneute Offensive der mazedonischen Armee
Mazedonische Armee greift erneut albanische Rebellen an

Mazedonische Truppen haben am Sonntag einen Bodenangriff zur Vertreibung der albanischen Rebellen aus dem Hügeln um Tetovo begonnen.

Reuters TETOVO. Am Morgen rückten erstmals Panzer und Infanterie vor, während die Rebellen mit heftigen Abwehrfeuer reagierten. Zuvor waren die Hänge von Artillerie und Panzern beschossen worden. Der EU-Außenpolitik- Koordinator, Javier Solana, sagte, der Konflikt in Mazedonien sei vorerst unter Kontrolle. Jugoslawische Soldaten und serbische Polizisten rückten unterdessen in Teile der Pufferzone um die südserbische Provinz Kosovo ein. Im Kosovo kamen am Samstag auch weitere deutsche Soldaten an.

Auf dem am heftigsten umkämpften Hügel bei Tetovo war das Mündungsfeuer der Rebellen zu sehen, während sich mazedonische Panzer und gepanzerte Mannschaftswagen den Hang hinaufbewegten. Auf einer dahinter liegenden Bergkuppe hatte ein Kampfhubschrauber zuvor offenbar Soldaten abgesetzt. Auf dem Hügel selbst brannten Häuser. Auch aus dem Hügelland östlich von Tetovo war Gefechtslärm zu hören. Rauchsäulen stiegen über dem Gebiet auf, das wie die Stadt Tetovo nahe der Grenze zwischen Mazedonien und dem Kosovo liegt. Das mazedonische Verteidigungsministerium teilte mit, es handle sich um eine der letzten Phasen der Offensive, um die Rebellen aus Mazedonien zu vertreiben.

Vier Zivilisten und ein Polizist sind verletzt worden


Der Leiter des Stadtkrankenhauses von Tetovo, Raim Thaci, sagte ein Polizist und vier Zivilisten seien mit Schussverletzungen eingeliefert worden. Die Zivilisten gehörten zur albanischen Minderheit.

"Ich habe den Eindruck, dass der Höhepunkt der Spannungen überwunden ist", sagte Solana der Zeitung "Die Welt" laut Vorabbericht. Vergleiche mit früheren Balkan-Kriegen seien überzogen. "Wir reden von 300 bis 400 Kämpfern. Das ist nichts verglichen mit dem, was wir in den 90er Jahren auf dem Balkan gesehen haben." Er forderte erneut, dass der Konflikt mit politischen Mitteln gelöst werden müsse.

Die Rebellen kämpfen nach eigener Darstellung für die Rechte der albanischen Minderheit in Mazedonien. Der Regierung zufolge verfolgen die Rebellen separatistische Ziele und stammen aus dem Kosovo. Etwa ein Drittel der Einwohner Mazedoniens sind Albaner, wie auch die Mehrheit der Bewohner des Kosovo. Die Nato, die USA und die Europäische Union (EU) haben die mazedonische Regierung zur Zurückhaltung aufgefordert und sie aufgerufen, auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel im Kampf gegen die Rebellen zu achten, um eine Solidarisierung albanischer Gruppen zu vermeiden.

Mit Billigung der Nato rückten am Sonntag ab 08.00 Uhr MESZ Soldaten der jugoslawischen Armee und serbische Polizeieinheiten in die Pufferzone um den Kosovo ein. Ausgespart wurden Teile der Zone, in denen albanische Rebellen vermutet wurden. "Wir werden nicht durch Dörfer fahren und werden jeden Kontakt mit Zivilisten vermeiden", sagte der Vize-Kommandeur der 15. Brigade der jugoslawischen Armee, Ljubisa Ivic. Die fünf Kilometer breite Zone war im Juni 1999 nach dem Kosovo-Krieg eingerichtet worden, um die Kosovo-Albaner vor jugoslawischen und serbischen Sicherheitskräfte zu schützen. In jüngster Zeit waren in der Zone albanische Extremisten aktiv geworden.

Die 130 deutschen Artilleristen trafen nach Angaben einer Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Samstagabend in Prizren im deutschen Kfor-Sektor ein. Ihr Einsatz solle in der kommenden Woche beginnen. Sie sollten Infanteristen ablösen, die ihrerseits Grenzpatrouillen verstärken sollten. Es sei offen, wann wie angekündigt Fallschirmjäger auf den Balkan verlegt würden. Dies hänge von den Entwicklungen vor Ort ab, sagte die Sprecherin. Die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtete unter Berufung auf Verteidigungsminister Rudolf Scharping, deutsche Fallschirmjäger sollten nach Tetovo verlegt werden. Dort liegt eine wegen der Kämpfe teilweise geräumte Nachschubbasis der deutschen Kfor-Truppen.

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