Erneute Schuld-Rückweisungen
Ackermann verteidigt Mannesmann-Prämien

Die Ermittlungen zu seiner Tätigkeit im Aufsichtsratmitglied bezeichnete der Deutsche Bank Chef als "Scherbengericht". Persönliche Konsequenzen im Fall einer Anklage schloss er aus.

Reuters FRANKFURT. Der Vorstandsprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat erneut seine Entscheidung als Aufsichtsratsmitglied der ehemaligen Mannesmann AG zu Bonuszahlungen verteidigt: "Alle Experten sagen, es ist rechtlich und moralisch gar nichts zu kritisieren", sagte Ackermann am Donnerstag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen der Bank.

Zudem habe die Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden, ob sie Anklage erheben wolle oder nicht, sagte Ackermann weiter. Nach der Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone hatte die Staatsanwaltschaft im März vorigen Jahres Ermittlungen gegen den ehemaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser und eine Reihe von Top-Managern aus Vorstand und Aufsichtsrat eingeleitet.

Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und Beihilfe im Zusammenhang mit Zahlungen von mehr als 200 Millionen Mark an ehemalige Mannesmann-Vorstände und Führungskräfte, die Ackermann und drei weitere Aufsichtsratsmitglieder - darunter IG-Metall-Chef Klaus Zwickel - genehmigt hatten.

Strafrechtlich sei die damalige Entscheidung nicht relevant, sagte Ackermann weiter. Die Staatsanwälte wollten offenbar ein Scherbengericht über deutsche Manager halten. Ackermann rief die Politik auf, sich in solche Abläufe einzuschalten.

Zugleich stellte der Deutsche Bank-Chef klar, dass er im Falle einer Anklage keine persönlichen Konsequenzen ziehen wird. "Ich werde ganz klar nicht zurücktreten", sagte er. Er habe die volle Unterstützung des Aufsichtsrates, zudem gelte auch hier die Unschuldsvermutung. Der Deutsche-Bank-Vorstandssprecher verteidigte zudem die Höhe der vom Mannesmann-AR bewilligten Zahlungen.

Falls man nicht mehr entsprechend belohnen könne, wenn ein Manager den Wert von Deutscher Bank und Allianz zusammengenommen erwirtschafte, sei es schlecht um den Standort bestellt, sagte er mit Blick auf die an Ex-Mannesmann-Vorstand Klaus Esser geleisteten Zahlungen.

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