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Erneuter Bombenanschlag in Grosny

Bei einem Anschlag tschetschenischer Rebellen in der Hauptstadt Grosny sind am Donnerstag 15 Menschen getötet und 13 verletzt worden. Acht Menschen seien sofort tot gewesen, als ein mit Sprengsätzen beladener Jeep am Morgen vor einem Armeequartier in einem Vorort Grosnys explodierte, weitere sieben seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, berichtete ein Korrespondent.

afp MOSKAU. Ein Sprecher des tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow teilte der Nachrichtenagentur AFP telefonisch mit, der Anschlag sei "von einem Kommando unter Führung von Issa Munajew" ausgeführt worden. Munajew soll in der Gegend um Grosny 400 bis 500 Rebellen anführen. Das russische Militär gab am 2. Oktober jedoch an, Munajew getötet zu haben.

Der Tschetschenien-Sprecher des Kreml, Sergej Jastrschembski, sprach am Nachmittag von zehn Toten und elf Verletzten. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax wurden bei dem Anschlag im Vorort Oktyabrysky neben Zivilisten auch drei Angehörige der Sondertruppen des Innenministeriums und drei Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft getötet. Die Agentur ITAR-TASS sprach von vier getöteten Polizisten. Der Sprecher von Präsident Maschadow, der sich aus der Nachbarrepublik Inguschetien meldete, gab die Zahl der Polizeiopfer mit 15 an.

Es war der blutigste Anschlag in Tschetschenien seit Juli. Nach einer Reihe von Attentaten, bei denen nach russischen Angaben 33 Soldaten, nach Angaben der tschetschenischen Rebellen mehrere hundert getötet worden waren, hatte die russische Armee vor drei Monaten die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und unter anderem eine Ausgangssperre verhängt. Der Moskauer Verwalter in Tschetschenien, Mufti Achmad Kadyrow, hatte Maschadow zuvor wiederholt für den Krieg in Tschetschenien verantwortlich gemacht. Anstatt gegen die Rebellen anzugehen, habe Maschadow sie mit Waffen ausgerüstet, sagte Kadyrow.

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