Ernst & Young soll künftig die Abschlüsse testieren solle
Holzmann entzieht KPMG das Mandat

Nach 75 Jahren wechselt der angeschlagene Bauriese die Wirtschaftsprüfer.

Reuters FRANKFURT. Der Baukonzern Philipp Holzmann will der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nach 75 Jahren das Mandat zur Prüfung seiner Bücher entziehen. Der Aufsichtsrat werde der Hauptversammlung am 31. August vorschlagen, dass statt dessen künftig Ernst & Young die Abschlüsse testieren solle, sagte eine Holzmann-Sprecherin am Donnerstag. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Holzmann war zum Jahreswechsel nach überraschend bekannt gegebenen Milliardenverlusten nur knapp dem Konkurs entgangen. Der Konzern hatte in diesem Zusammenhang erklärt, Klagen gegen KPMG zu prüfen. Nach Angaben aus Finanzkreisen hat das Holzmann-Mandat für KPMG einen Wert von jährlich drei bis 3,5 Mill. DM.

KPMG war Holzmann-Angaben zufolge seit 1925 Wirtschaftsprüfer bei dem Baukonzern. Eine Sprecherin der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sagte, es sei bedauerlich, ein langjähriges Mandat zu verlieren. Entscheidend sei aber die Tatsache, dass die von KPMG testierten Abschlüsse der vergangenen Jahre auch nach Ansicht der Holzmann-Gremien Bestand hätten. KPMG hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, eine Zusatzprüfung durch Ernst & Young habe die Ordnungsmäßigkeit der Abschlussprüfung bei Holzmann für 1999 bestätigt.

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