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Ernüchterung statt Euphorie beim HSV

Hamburg (dpa) - Vom Uefa-Cup geträumt, im UI-Cup kläglich gescheitert: Drei Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern München ist die Euphorie um die Millionen-Verstärkungen beim Hamburger SV in totale Ernüchterung umgeschlagen.

Hamburg (dpa) - Vom Uefa-Cup geträumt, im UI-Cup kläglich gescheitert: Drei Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern München ist die Euphorie um die Millionen-Verstärkungen beim Hamburger SV in totale Ernüchterung umgeschlagen.

Beim erneuten 0:1 im Halbfinal-Rückspiel des UI-Cups gegen den FC Villarreal offenbarten die Hanseaten nicht nur krasse Abwehrschwächen, sondern auch fehlende technische Fähigkeiten für ein Spitzenteam. Und mit nur 19 Profis scheint der Kader viel zu klein zu sein. Die Folge: Es sollen schnell noch zwei Spieler verpflichtet werden, heißester Kandidat ist Samuel Kuffour von den Bayern. «Ich kommentiere keine Namen, aber wir wollen bis zum Ende der Wechselfrist noch tätig werden», sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Denn nach dem Blitztransfer von Tomas Ujfalusi nach Florenz, der zwar 7,5 Millionen Euro in die Kasse bringt, aber auch eine große Lücke hinterlässt, fehlen gestandene Profis. Am deutlichsten wurde gegen die flinken Spanier jedoch, dass die Kreativabteilung des Bundesliga-Achten im Mittelfeld unterbesetzt ist. Nach dem Ausfall von Stefan Beinlich (Mittelohrentzündung) fühlte sich keiner für den Spielaufbau verantwortlich, die angeschlagenen Sergej Barbarez und David Jarolim waren überfordert. «Es stimmt, wir haben keinen, der den Pass in die Tiefe spielen kann. Einen, der Ruhe, aber auch Ideen ins Spiel bringt», musste Beiersdorfer gestehen.

Trainer Klaus Toppmöller, der vor Wochen noch stolz von seiner «neuen Mannschaft» gesprochen hatte, führte die Verletztensituation als Entschuldigung an. «Man sollte uns Zeit geben, eine gute Mannschaft muss erst reifen. Da ist Villarreal das beste Beispiel», meinte der 52-Jährige, der vom Kurzpass-Spiel der Spanier begeistert war. Unverständlich bleibt aber, warum er erstmals auf eine Vierer-Abwehrkette umstellte, wo die ganze Vorbereitung mit einer Dreier- Reihe bestritten wurde. Ujfalusis Weggang kann da nicht als Entschuldigung herhalten, denn der hat wegen der Europameisterschaft noch gar nicht mitgespielt.

Einziger Gewinner der UI-Cup-Blamage ist Rückkehrer Martin Pieckenhagen, der nach neun Monaten Pause nach seinem Kreuzbandriss wohl gegen die Bayern wieder im Tor stehen wird. Im Gegensatz zu Stefan Wächter, der sich wie in jedem Spiel einen kapitalen Schnitzer erlaubte, ist Pieckenhagen eine Persönlichkeit, die auf die Mitspieler stabilisierend wirkt.

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