Eröffnung des Gaza-Flughafens
Israel verstärkt Sicherheitsmaßnahmen in Jerusalem

Etwa 3000 Polizisten sollen für Ruhe in der Umgebung der El-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg sorgen, wo es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Zusammenstößen gekommen war.

Reuters JERUSALEM. Vor dem Freitagsgebet der Moslems in Jerusalem hat Israel die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt verstärkt. Etwa 3000 Polizisten sollen für Ruhe in der Umgebung der El-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg sorgen, wo es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Zusammenstößen gekommen war. Erstmals seit Beginn des Palästinenser-Aufstands Ende September hat Israel allen in Jerusalem lebenden Moslems den Zutritt zum Tempelberg wieder erlaubt. Israels Außenminister Schlomo Ben-Ami würdigte Bemühungen der Palästinenser, die Gewalt zu beenden und stellte eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche in Aussicht. Die Palästinenser hatten am Donnerstag einen Vorschlag des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak für ein Teilabkommen abgelehnt.

Nach Berichten des israelischen Rundfunks war die Polizei besorgt, dass es an Kontrollpunkten außerhalb Jerusalems zu Zusammenstößen kommen könne. Die Fatah-Organisation des Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat hatte dazu aufgerufen, die Posten zu durchbrechen. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung hatte erneut einen "Tag des Zorns" gegen Israel gefordert.

Zutritt zum Tempelberg beschränkt

Israel hatte in den vergangenen Wochen den Zutritt zum Tempelberg beschränkt und teilweise nur Männer über 45 Jahren durch die Kontrollen gelassen. Während für die Moslems aus Jerusalem die Beschränkungen aufgehoben wurden, sollten sie für ihre Glaubensbrüder aus dem Westjordanland und dem Gaza- Streifen aufrechterhalten bleiben. Auf dem Tempelberg hatten die Unruhen vor zwei Monaten ihren Ausgang genommen. Die Palästinenser fühlten sich durch einen Besuch des israelischen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem für sie heiligen Gelände provoziert. In den Unruhen sind seitdem mindestens 287 Menschen getötet worden, die meisten davon Palästinenser und arabische Israelis. Nach Angaben der israelischen Armee kam es in der Nacht zum Freitag nur vereinzelt zu Schusswechseln. Bericht über Verletzte gab es nicht.

Ben-Ami sagte am Donnerstagabend während eines Besuchs in Dänemark, Israel und die Palästinenser bemühten sich derzeit verstärkt um eine Entspannung der Lage. "Die gute Nachricht ist, dass wir in den vergangenen Tagen eine Reihe von Kontakten mit den Palästinensern hatten", sagte der Außenminister nach einem Gespräche mit dem dänischen Ministerpräsidenten Poul Nyrup Rasmussen. Auf einen Rückgang der Gewalt werde Israel angemessen reagieren. In wirtschaftlicher, militärischer und humanitärer Hinsicht habe Israel bereits Erleichterungen umgesetzt, sagte Ben-Ami, ohne Einzelheiten zu nennen.

Weitere Bemühungen um Friedensabkommen

Nach Angaben der palästinensischen Luftfahrtbehörde öffnete Israel am Freitag wieder den internationalen Flughafen von Gaza-Stadt. Der Flughafen sei von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet, sagte Behördenchef Fajes Seidan. Die Armee hatte den vor zwei Jahren eröffneten Flughafen seit Beginn der Unruhen aus Sicherheitsgründen mehrmals geschlossen.

Barak hat angekündigt, sich ungeachtet der in Israel anstehenden Neuwahlen weiter um ein Friedensabkommen mit den Palästinenser zu bemühen. Das Parlament, in dem Barak bereits im Juli seine Mehrheit verlor, hatte am Dienstag für Neuwahlen votiert, die voraussichtlich bis Mitte 2001 stattfinden werden.

Status von Jerusalem einer der Hauptstreitpunkte

Barak hatte den Palästinenser am Donnerstag einen eigenen Staat angeboten. Die Palästinenser sollten hierzu weitere zehn Prozent des Westjordanlandes erhalten, während Israel die jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten zugeschrieben werden sollten. Die Palästinenser lehnten den Vorschlag unter anderem deshalb ab, weil Barak die Jerusalem-Frage bis zu drei Jahre aufschieben will. Der künftige Status von Jerusalem ist einer der Hauptstreitpunkte für ein Friedensabkommen. Während Israel auf Jerusalem als seiner ungeteilten Hauptstadt besteht, wollen die Palästinenser den arabischen Ostteil zur Hauptstadt ihres künftigen Staates erklären.

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