Eröffnung Popkomm
Musikbranche setzt auf Online-Zukunft

Musikindustrie hat ein starkes Interesse an Zusammenarbeit mit Online-Anbietern.

dpa KÖLN. Nach jahrelanger Zurückhaltung nähert sich die Musikbranche auf der internationalen Musikmesse Popkomm 2000 in Köln dem Online-Zeitalter. "Das Internet wird in Zukunft eine große Rolle spielen", sagte Thomas M. Stein, Vorsitzender des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, bei der Eröffnung der Popkomm am Donnerstag. Stein betonte jedoch: "Den Tag, an dem die Musikwirtschaft gefressen wird, werden wir nicht erleben." Gerade im Online-Zeitalter sei die Fähigkeiten gefragt, Talente zu entdecken und zu vermarkten, sagte Stein. Gerade darin hätten die Plattenfirmen große Erfahrung.

Auch Dieter Gorny, Chef des Musiksenders "Viva", ist überzeugt, dass sich alte und neue Technik ergänzen werden. Dies zeige das Verhalten der heutigen Jugendgeneration: Fernsehen sei genauso Alltag wie das Internet. "Es ist ein weiteres Angebot, leichter und schneller an Inhalte zu kommen." Genau so werde die Musikbranche wichtig bleiben, sagte er. Die Plattenfirmen müssten sich auf eine "längere Durststrecke" einstellen, warnte der Präsident der Music Group der Universal Music Deutschland, Tim Renner im "manager magazin Online": "Der Branche droht ein weiterer Personalabbau, obwohl sie schon jetzt durch Rationalisierungen und Zusammenschlüsse gekennzeichnet ist."

Auf der Popkomm präsentieren sich bis Samstag 924 Musik-Aussteller aus 32 Ländern. Auf dem Kongress stehen das Miteinander von Internet und Musikbranche sowie das Verhältnis zwischen Rundfunksendern und Phono-Industrie im Mittelpunkt. In den Kölner Clubs läuft in den Nächten ein breites Musikprogramm mit über 500 Bands und Künstlern jeder Stilrichtung, das am Wochenende in der Innenstadt mit dem Ringfest an zwölf Open-Air-Bühnen endet. Die Veranstalter erwarten bis Sonntag etwa 2,5 Mill. Besucher. Bereits am Mittwochabend begeisterte Robbie Williams mit einem Überraschungskonzert in Köln seine Fans.

Gerade darin, dass über 200 rpt 200 Online-Firmen auf der Popkomm vertreten sind, sieht auch der stellvertretender Geschäftsführer Ralf Plaschke ein starkes Interesse dieser Branche an der Zusammenarbeit mit der Musikindustrie. Er plädiert für das Miteinander der Streithähne aus Internet und Musikbranche: "Aus der digitalen Herausforderung im vergangenen Jahr ist in diesem Jahr der digitale Alltag Hauptthema der Messe", sagte Plaschke in einem dpa-Gespräch zu Beginn der 12. Popkomm.

Erstmals feiert sich die Popkomm in diesem Jahr auch in einer großen Gala, die live am Donnerstagabend in der ARD übertragen wird. "Die Popkomm hat sich als großes Ereignis etabliert, das auch in der Prime time für eine Fernsehausstrahlung gut ist", freute sich Plaschke.

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