Eröffnungsbilanz 1995
Gutachter entlasten Telekom bei Grundstücksbewertung

Ein Gutachten der beiden Universitätsprofessoren Karlheinz Küting und Claus-Peter Weber entlastet den Vorstand der Deutschen Telekom AG in Bonn im Streit um die Bewertung von Grundstücken in der Eröffnungsbilanz des Jahres 1995.

vwd FRANKFURT. Die beiden Professoren, die an der Universität des Saarlandes Saarbrücken lehren, kommen zu dem Ergebnis, es seien "keine objektiven Verstöße gegen die gesetzlich anzuwendenden Vorschriften" zu erkennen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine" (FAZ) in ihrer Freitagausgabe. Das Gutachten sei im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt worden.

Die Immobilienbewertung ist Gegenstand eines im Sommer 2000 eingeleiteten Verfahrens der Staatsanwaltschaft Bonn. Die Ermittlungen richten sich gegen den ehemaligen Finanzvorstand des Konzerns, Joachim Kröske, und wurden später auf den Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer ausgeweitet. Dem Gutachten zufolge hat die Deutsche Telekom in der Eröffnungsbilanz bei der Bewertung der Grundstücke ein sogenanntes Cluster-Verfahren angewandt. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte Bewertungsmethode, welche die Bundesregierung für die Erstellung von Eröffnungsbilanzen von Unternehmen in der ehemaligen DDR genehmigt hatte.

Jedoch habe der Gesetzgeber mit der Postreform ausdrücklich auch der Post und der Deutschen Telekom die Möglichkeit eingeräumt, diese Bilanzierungsform anzuwenden, schreibt die FAZ. Demzufolge wurden Immobilien nicht einzeln bewertet, sondern mit einem Durchschnittswert je Quadratmeter angesetzt, den vergleichbare Grundstücke aufweisen. Erst im Zuge der Einzelbewertung hatte sich dann nach Darstellung der Deutschen Telekom ein Wertberichtigungsbedarf von 4,9 Mrd DM oder 2,51 Mrd Euro ergeben. In der Eröffnungsbilanz waren die Grundstücke mit 13 Mrd DM bewertet worden.

Küting und Weber kommen laut FAZ zu dem Ergebnis, dass die Entscheidung der Deutschen Telekom, die Immobilien nach dem Verkehrswert zu bewerten, nicht gesetzwidrig war. Vielmehr habe der Konzern ein ihm zustehendes Bilanzierungswahlrecht ausgeübt, indem er die Buchwerte nicht fortführte.

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