Eröffnungsindikatoren lassen nichts Gutes erahnen
Erneut Gewinnwarnungen an der Wall Street

Und wieder wird die Wall Street von Gewinnwarnungen heimgesucht. Die negativen Unternehmensnachrichten unterbrechen vermutlich jäh den Höhenflug, zu dem die Indizes gestern angesetzt hatten. Der Nasdaq Index gewann fast neun Prozent, der Dow Jones Index rund vier Prozent an Wert zurück. Doch wie die Eröffnungsindikatoren zeigen, könnten die Indizes heute an Wert verlieren. Sowohl der S&P Future als auch der Nasdaq Futures präsentieren sich schwächer.

Heute Morgen kommen die Warnungen aus dem Technologiebereich. Sycamore Networks, Extreme und Agilent Technologies werden die Prognosen der Wall Street verfehlen. Das Telekommunikationsunternehmen Sycamore Networks wird im laufenden Quartal statt eines Gewinns einen Verlust einfahren. Laut Unternehmen sind von zwei Großkunden nahezu keine Aufträge eingegangen. Als erste Reaktion hat das Management angekündigt, rund 13 Prozent der Arbeitsplätze zu streichen. Einen Verlust muss voraussichtlich auch das Netzwerkunternehmen Extreme hinnehmen. Auch hier sollen Entlassungen die Ertragslage in den nächsten Quartalen verbessern. Die Aktie von Sycamore und Extreme verlieren vorbörslich stark an Wert.

Eine Umsatzwarnung kommt von Agilent. Der Umsatz im zweiten Quartal wird Firmenangaben zufolge mit 2,9 Milliarden Dollar unter den ursprünglich Erwartungen ausfallen. Der Hersteller von Testgeräten will jedoch ohne Entlassungen über die Runden kommen. Jetzt sollen Neueinstellungen und die Anzahl von Zeitarbeitern reduziert werden. Um die Kostenseite dennoch zusätzlich zu entlasten, werden die Gehälter um zehn Prozent gekürzt.

Schwächer könnte heute zudem die Intel-Aktie tendieren. Die europäische Wettbewerbsbehörde überprüft Vorwürfe, dass Intels Marketingpraktiken die Konkurrenz diskriminieren. Als maximale Strafe kann die Europäische Kommission bei Wettbewerbsverletzungen ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des jährlichen Umsatzes verhängen. Bei bisherigen Fällen wurde dieser Rahmen jedoch nicht annähernd ausgeschöpft. Bei Intel sollen die allgemeinen Geschäftspraktiken sowie die Lizenzierung von sogenannten "bus"-Verbindungen mit anderen Computerkomponenten geprüft werden.

Für Überraschung sorgen am Morgen die Arbeitsmarktdaten für den März. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 4,3 Prozent. Statt des allgemein erwarteten Zuwachses von 68 000 neuen Jobs kam es im März zu einem Rückgang von 86 000 Stellen. Dies ist der größte Monatsrückgang seit November 1991. Da die Anzahl an verfügbaren Arbeitskräfte gestiegen ist, bleibt die Arbeitslosenquote unverändert. Neben dem Rückgang an Arbeitsstellen wurde der Aktienmarkt vor allem durch den Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne überrascht. Diese stiegen im März um 0,4 Prozent oder 6 Cents. Erwartet wurde ein Plus von 0,3 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten sind die amerikanischen Löhne um 4,3 Prozent gestiegen.

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