Erotik-Konzern wächst zweistellig
Beate Uhse hat Frauen im Visier

Der Erotikartikel-Anbieter Beate Uhse hat im ersten Halbjahr 2002 mehr verdient und umgesetzt als im gleichen Vorjahreszeitraum.

ddp/vwd HAMBURG. Der Erotik-Konzern Beate Uhse will die Frauen für sich gewinnen. Im Oktober dieses Jahres soll am Berliner Kuhdamm der erste "Soft-Shop" mit "Wäsche und Spielzeugen" für die Dame eröffnet werden, wie Vorstandssprecher Otto Lindemann bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz am Mittwoch in Hamburg ankündigte. Der zweite von insgesamt 20 neuen Läden speziell für Frauen soll in einer "zentralen Lage" von Hamburg angesiedelt werden. Alle "Soft-Shops" werden unter einem neuen Namen firmieren. "Wir brauchen neue Zielgruppen, 90 Prozent unserer Kunden sind Männer", sagte Lindemann.

Das neue Konzept sieht vor, "Sex-Toys, Dessous, Schmuck, Kosmetika, Bücher und Magazine" in einem "hellen und attraktivem Ambiente" anzubieten. Damit potentielle Kundinnen ihre Scheu ablegen, liegt im Eingangsbereich nur Wäsche aus. Latex-Wäsche oder Sex-Toys finden Interessierte dann eine Etage höher. Im Gegensatz zu den traditionellen Beate Uhse-Shops werden in den Soft-Shops keine pornographischen Medien verkauft.

Testfilialen für das neue Konzept gab es bisher in den norwegischen Städten Bergen, Trondheim, Oslo und Stavanger. Die Kundschaft weise einen "Frauenanteil von 90 Prozent" auf, sagte Lindemann. Die bisherigen Investitionen für die Soft-Shops beliefen sich auf gut eine Million Euro. Die Pläne für neue Filialen dieser Art beschränkten sich nicht nur auf Deutschland. Ab Oktober gebe es auch eine Filiale in London. Die Erfahrung zeige, dass die Briten "relativ viel Geld für Sexartikel" ausgeben.

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr konnte Lindemann bestätigen. Im Gesamtjahr 2002 werde sich der Umsatz auf 250 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis auf 17 Millionen Euro belaufen. Dies gelte auch bei einer deutlich verzögerten konjunkturellen Erholung, insbesondere des Einzelhandels in Deutschland. Auch im Bereich der Erotik gebe "der Kunde das Geld bewusster" aus, sagte Lindemann. Im ersten Halbjahr 2002 habe der Überschuss mit 4,2 Millionen Euro um 45 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert gelegen. Das operative Ergebnis (Ebit) sei um 21 Prozent auf 8,8 Millionen Euro gestiegen. Der mit 119,3 Millionen Euro ausgewiesene Umsatz habe um 13,6 Prozent zugelegt.

Alle Konzernbereiche hätten zur positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung beigetragen, sagte Lindemann weiter. Das Segment Trading sei um 13 Prozent auf 106,9 Millionen Euro gestiegen. Trotz der schwierigen Wirtschaftsbedingungen in Deutschland hätten sich Einzel- und Versandhandel im Umsatz gut, jedoch leicht unter Plan entwickelt. Großhandel und Entertainment, insbesondere das Internetgeschäft, seien in den ersten sechs Monaten über Plan ausgefallen.

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