Erotikkonzern steigert Gewinn und Umsatz deutlich
Beate Uhse will mehr Frauen anlocken

Europas größter Erotikkonzern Beate Uhse will mit einer neuen Ladenkette verstärkt Frauen als Kunden gewinnen und so neues Wachstumspotenzial erschließen. Auch im Internet-Geschäft peilt das Unternehmen weitere Zuwächse an.

Reuters HAMBURG. Vorstandschef Otto Christian Lindemann sagte am Dienstag in Hamburg, die neuen Läden sollten sich auf Wäsche und Sexspielzeug konzentrieren. Damit werde sich das Angebot von den existierenden Beate-Uhse-Shops unterscheiden, in denen auch Erotikfilme verkauft werden. Lindemann begründete die Einrichtung der "Softshops" mit Ergebnissen einer Studie, wonach sich Frauen von den bisherigen Beate-Uhse-Shops weniger angesprochen fühlten und negative Assoziationen bei vielen Sexartikeln hätten. Auch mit einer stärkeren Konzentration auf das Internet wolle Beate Uhse den Umsatz in 2003 weiter steigern.

In den ersten neun Monaten 2002 stemmte sich der Erotikkonzern mit einem florierenden Europageschäft erfolgreich gegen die Konsumschwäche in Deutschland und steigerte Gewinn und Umsatz deutlich. Dabei konnte ein stagnierender Einzelhandelsumsatz durch Zuwächse im Versand- und Großhandel mehr als ausgeglichen werden.

Lindemann sagte, der erste Laden nach dem neuen Konzept in Deutschland könnte noch in diesem Jahr in Berlin eröffnet werden. Zuvor war das Konzept seit April in Norwegen erprobt worden, wo es inzwischen vier solcher "Softshops" gibt. Ein weiterer Laden war kürzlich in London eröffnet worden.

Als weiteren Wachstumsschwerpunkt nannte Lindemann das Internet. Der Umsatz im weltweiten Netz, der sich in den ersten neun Monaten auf 18,1 Millionen Euro von 14,2 Millionen im Vorjahreszeitraum erhöht habe, solle in den kommenden Jahren auf 50 bis 60 Millionen zunehmen, sagte Lindemann. Er nannte allerdings keinen genauen Zeitraum für die Prognose. Zu dem Wachstum sollten unter anderem Erotikvideos und Bilder beitragen, die aus dem Internet geladen werden könnten.

In den ersten neun Monaten steigerte Beate Uhse den Vorsteuergewinn um fast die Hälfte auf 12,5 Millionen Euro. Der Reingewinn legte zugleich auf 6,8 Millionen Euro von 3,1 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg zum Vorjahreszeitraum um knapp 14 Prozent auf 182 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2002 bekräftigte der Konzern seine Prognose, wonach der Umsatz - abhängig vom Verlauf des Weihnachtsgeschäfts - auf 245 bis 250 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis auf 17 Millionen Euro steigen soll. 2001 hatte Beate Uhse einen Umsatz von 223 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 8,8 Millionen erzielt.

Die im MDax notierte Beate-Uhse-Aktie legte um fast ein Prozent auf 10,28 Euro stärker als der Gesamtmarkt zu.

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