Ersatzteillogistik als Chance im Wettbewerb
Optimierungspotenziale liegen im Maschinenbau

Zwar ist schnelle Ersatzteillogistik ein effektives Werkzeug sich vom Wettbewerb abzuheben, aber: "Hier haben viele deutsche Maschinenbauer einiges nachzuholen", betont Matthias Mahnel. Der Geschäftsführer der Münchener Unternehmensberatung Impuls Management Consulting argumentiert auf der Grundlage einer aktuellen Befragung von 150 Unternehmen quer durch die Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK), Elektroindustrie und Maschinenbau. Deren Ergebnisse wurden Ende Januar 2004 veröffentlicht.

"Die Leistungsdaten fallen je Branche teils sehr unterschiedlich aus", ergänzt Mahnel. So liege beispielsweise die durchschnittliche Verfügbarkeit für Top-Ersatzteile bei ITK-Firmen bei 97 %. Die Elektroindustrie kommt immerhin noch auf 88 %, während die befragten Maschinenbauer in diesem Bereich lediglich 78 % erreichen. "Logistik-Champions dagegen schaffen eine durchschnittliche Verfügbarkeit ihrer Top-Ersatzteile von 97 % und darüber hinaus. Das gilt für alle untersuchten Branchen", ergänzt Christian Schneider, Partner der Unternehmensberatung und Initiator der Marktstudie.

Auch in Sachen konsequenter Umsetzung des vorhandenen Optimierungspotenzials haben ITK-Unternehmen die Nase vorn. So nutzen zum Beispiel über 90 % der befragten Firmen ein elektronisches Supply-Management-System zur Einbindung der Ersatzteillieferanten, während dies nur bei 10 % der Firmen aus dem Maschinenbau der Fall ist. Und: Die konsequente Klassifizierung von Ersatzteilen wird lediglich von rund 60 % der Maschinenbauer durchgeführt, lauten weitere Ergebnisse der Studie. Zudem stellten die Münchener Berater fest, dass über 90 % der ITK-Unternehmen einzelne Prozessschritte in der Ersatzteillogistik bereits an externe Dienstleister vergeben haben.

Der Fazit von Matthias Mahnel ist entsprechend eindeutig: "Im Maschinenbau lassen sich noch die größten Optimierungspotenziale erschließen." So solle sich die Auswahl, Bewertung und Qualifizierung der Lieferanten verstärkt an den Anforderungen der internationalen Ersatzteillogistik ausrichten und darüber hinaus eine elektronische Einbindung der Lieferanten in Beschaffungskette erfolgen. "Auch die Vergabe einzelner Teilprozesse der Ersatzteillogistik, wie etwa Lagerführung, Verpackung oder Versand, an externe Dienstleister muss geprüft und genutzt werden", betont der Geschäftsführer. Denn das Potenzial zur Optimierung der Logistikkosten bei gleichzeitiger Leistungssteigerung durch Outsourcing an professionelle Dienstleister werde im Maschinenbau noch viel zu wenig ausgenutzt.

Quelle: VDI Nr. 008 vom 20.02.2004

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