Erschließen neuer Erlösquellen kann Kunden verprellen
Internet-Analyst: Das Sexgeschäft ist rsikant für Markenunternehmen

jgo DÜSSELDORF. Dan Stevenson beobachtet den Internetmarkt in Europa seit langer Zeit. Für den britischen Analysten beim Marktforschungsinstitut Jupiter MMXI ist das Geschäft mit Erwachsenenseiten im Internet "eine Nische, in der vor allem einige kleine Firmen Geld verdienen, mehr aber auch nicht." Professionell sei die Branche noch längst nicht, meint Stevenson. Wenn sich Markenunternehmen in das Sexgeschäft bewegten, sollten sie sich Partner suchen und dabei sehr genau auf ihren Ruf achten, rät der Analyst. Größter Erotikanbeiter sei das an der Nasdaq notierte Unternehmen Private Media; insgesamt gebe es recht viele Firmen, deren Ruf als fragwürdig angesehen werden müsse.

Vergleichsweise problemlos können seinen Worten nach bislang vor allem Betreiber von Suchmaschinen das Interesse der Nutzer an Erwachsenenseiten im Internet ausnutzen. "Das Geschäft mit Key Word Advertising läuft hervorragend", sagt Stevenson. Bei diesem Geschäftsmodell sei die Gefahr gering, dass andere Nutzer durch die Nähe zu problematischen Seiten verprellt würden. Wer hingegen sein eigenes Angebot mit Sex verbinde, müsse sich vorab die Konsequenzen sehr genau überlegen. "Entscheidend ist es dabei, die Chancen auf neue Erlösquellen mit dem Verlust aufzurechnen, der durch abwandernde Kunden entsteht."

Auch wenn Stevenson nicht glaubt, dass die Nutzer in Deutschland notwendigerweise ebenso kritisch auf eine Verbindung mit dem Sexbusiness reagieren werden wie im April beim Webportal Yahoo in den USA, sind seiner Auffassung nach die Risiken dennoch beträchtlich. "Deutsche sind aufgeschlossener, Erotik ist hier zu Lande im Alltag präsent, dennoch bleibt die Strategie riskant." Yahoo hatte im April nach heftiger Kritik an Pornovideos auf seinen Shoppingseiten sofort reagiert und auf die Zusatzeinnahmen verzichtet.

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