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Ersehnter Rückflug mit mulmigem Gefühl im Bauch

Verstärkte Kontrollen beim Einchecken vergrössern das Vertrauen der Reisenden nur gering.

ap FRANKFURT/MAIN "Ich habe mir alle Leute in meinem Flugzeug und am Flughafen genau angeschaut, ob nicht ein Terrorist unter ihnen ist", sagt Joan Groh aus Chicago, die am Freitagmittag zwar mit fünfstündiger Verspätung, aber wohlbehalten in Frankfurt am Main landete.

"An den Sicherheitsvorkehrungen in den USA hat sich nicht viel geändert", kritisiert Michael Ulrich aus Itzehoe. Auch er hatte einen der ersten Flüge aus Chicago erwischt. Sein Sitznachbar im Flugzeug habe die Sicherheitsmaßnahmen sogar auf die Probe gestellt: "Der hatte einen riesigen Schraubenzieher im Handgepäck, und keiner hat etwas gemerkt", erzählt Ulrich. Er selbst habe einen Laptop dabei gehabt, und niemand habe den Computer genau überprüft. In Deutschland sei dies dagegen üblich. Zudem habe auf dem Flughafen von Chicago "das blanke Chaos" geherrscht, berichtet Ulrich. So habe das Flugzeug fünf Stunden Verspätung gehabt, weil das Flugpersonal zu spät gekommen sei.

Die Stewardess Dianne Swanson aus Chicago dagegen hat verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bemerkt: "Niemand durfte auf dem Flug ins Cockpit, nicht einmal die Stewardessen." Beim Einchecken sei ihr Gepäck zudem deutlich genauer durchsucht worden als zuvor. Deshalb habe sie sich auf dem Flug "sehr sicher gefühlt". Jürgen Jost, der ebenfalls aus Chicago kam, berichtet von zusätzlichen Kontrollen der Pässe und Flugtickets, die es früher nicht gegeben habe.

Vertrauen in die Kontrollen

Die Fluggäste mit einem der raren Flugtickets in die USA vertrauen den nun verstärkten Kontrollen. "Es gibt jetzt sehr viel Extra-Kontrollen, ich habe keine Angst vor dem Flug", sagt John Russel, der einen Rückflug in seine Heimat ergattern konnte. "Ich bin seit Dienstag hier, unser Flugzeug ist wegen der Anschläge über dem Atlantik umgekehrt", berichtet er. Zwischenzeitlich sei er in einem Hotel in Wetzlar untergebracht gewesen. "Ein solches Attentat wird nicht noch einmal passieren", ist sich Dieter Heinrich aus Denver sicher. Das Flugzeug in die USA besteige er deswegen ohne Angst. Corey Lingo aus Chicago begegnet der Situation dagegen mit Fatalismus: "So etwas kann immer wieder passieren, und die Sicherheitsvorkehrungen können nie wirklich perfekt sein, aber was soll man machen?"

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